5 Jahre nach dem IS-Massaker von Kodscho: Islamisten immer noch aktiv

5 Jahre nach dem Massaker werden Gräber ausgehoben

Kodscho im Norden des Irak: In dem ehemals von Jesiden bewohnten Dorf werden Gräber ausgehoben. Hier sollen die Opfer des Massakers bestattet werden, das die Terrormiliz IS vor fünf Jahren hier anrichtete.

Kodscho liegt im nordirakischen Distrikt Sindschar. Im August 2014 wurde dieser vom IS eingenommen. Die Islamisten ermordeten Tausende Jesiden, am 15. August traf es Kodscho.

Die, die überlebten, sind in einem Flüchtlingslager rund 100 Kilometer von Kodscho untergebracht. Zurück trauen sie sich nicht, denn der IS ist nach wie vor in der Gegend aktiv.

"Die IS-Kämpfer verstecken sich in den Bergen"

Der Jeside Hassan Saliah Shingali erzählt: "Gerade vor ein paar Tagen wurden zwei Zivilisten vom IS getötet. Die beiden Männer waren jagen, als sie ermordet wurden. Die IS-Kämpfer verstecken sich in den Bergen."

Die UNO führt derzeit Ermittlungen durch und versucht, den IS-Opfern zu helfen, etwa durch den Bau neuer Wohnungen.

Die UN-Vertreterin vor Ort, Jeanine Hennis-Plasschaert, sagt: "Leider gibt es immer noch aktive IS-Zellen. Manchmal werden sie als "schlafende Zellen" bezeichnet, aber sie sind hellwach. Wir sollten nicht glauben, der Kampf gegen den IS sei vorbei."

UNO prüft, ob Massaker Völkermord sind

Nach und nach werden nun die Massengräber mit den ermordeten Menschen geöffnet. Die Ermittler gehen in der Region um Sindschar von bis zu 12.000 IS-Opfern aus. Die UNO prüft, ob die Massaker an den Jesiden als Völkermord eingestuft werden.