50 Jahre nach dem Start von Apollo 11 verwandelt sich der Vollmond zur Sichel

Auf den Tag genau 50 Jahre nach dem Start der historischen Mondlandemission Apollo 11 können Himmelsgucker am späten Dienstagabend und frühen Mittwochmorgen eine partielle Mondfinsternis beobachten. Bei wolkenlosem Firmament ist während des Himmelsspektakels auch zweimal die Internationale Raumstation ISS am Nachthimmel zu sehen, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Vorfeld mitteilte.

Die bevorstehende teilweise Verfinsterung des Monds ist von Mitteleuropa aus gut zu verfolgen - erst im Mai 2022 wird es in unseren Breiten wieder eine ähnlich gut sichtbare Mondfinsternis geben. Astronomiebegeisterte und Mondfreunde sollten also die bevorstehende Gelegenheit nutzen, um die Wanderung des Vollmonds durch den Schatten der Erde zu beobachten.

Am Dienstagabend um 22.02 Uhr wird der Erdtrabant langsam in den Kernschatten der Erde einzutauchen. Ab Mitte der Finsternis um 23.31 Uhr deutscher Zeit steht der Mond dann zwischen 8 und 15 Grad über dem Horizont. Rund zwei Drittel des Vollmonddurchmessers befinden sich zu diesem Zeitpunkt in der Kernschattenzone. Danach wandert die partiell verfinsterte Mondscheibe nach und nach wieder aus dem Kernschatten heraus.

Die partielle Mondfinsternis fällt in eine Woche, in der unserer Begleiter im All so viel öffentliche Aufmerksamkeit wie seit Jahrzehnten nicht mehr erfahren wird: Mit einer Fülle von Veranstaltungen und Vorträgen erinnern Astronauten, Wissenschaftler und Amateurastronomen in diesen Tagen an die erste Mondlandung vor fünf Jahrzehnten.

Am 16. Juli 1969 startete die Apollo-11-Mission, am 20. Juli landete ihre Mondfähre auf dem Erdtrabanten, und am frühen Morgen des 21. Juli deutscher Zeit betrat der Nasa-Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Mond.

Doch zurück in die nahe Zukunft: In der bevorstehenden Finsternisnacht sind laut DLR auch die beiden Planeten Jupiter und Saturn als auffallend helle, ruhig leuchtende Objekte in südlicher Himmelsrichtung zu sehen. Dabei ist der Mond zur Zeit der Finsternis nur etwa fünf Bogengrad östlich vom Ringplaneten Saturn entfernt.

Zweimal gesellt sich während der Mondfinsternis zudem die Internationale Raumstation zu den Objekten am Nachthimmel: Kurz nach 23.01 Uhr erscheint die ISS dem DLR zufolge etwa zehn Grad oberhalb des teilverfinsterten Monds als auffallend heller Lichtpunkt. Dabei erreicht sie eine maximale Höhe von rund 25 Grad über dem Horizont.

Der zweite ISS-Durchgang beginnt um 00.37 Uhr am frühen Mittwochmorgen. Dann wird die Raumstation sehr hoch am Himmel aufsteigen, nahe am Zenit vorbeiziehen und infolgedessen markant und hell am Firmament zu sehen sein. An Bord der ISS war der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst im Juli 2018 Zeuge einer totalen Mondfinsternis geworden.

Finsternisse sind das Ergebnis des himmlischen Wechselspiels von Sonne, Mond und Erde. Bei einer Mondfinsternis steht die Erde auf einer geraden Linie zwischen Sonne und Mond - der Vollmond taucht in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde ins Weltall wirft.

Dass eine Mondfinsternis nicht jedesmal bei Vollmond auftritt, ist auf die leichte Neigung der Mondbahn gegen die Ekliptik - die Ebene der Erdbahn - zurückzuführen. Wegen dieser Neigung von rund fünf Grad wandert der Mond auf seiner Bahn um die Erde meist ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei.

Nur wenn der Vollmond exakt in einem der beiden Schnittpunkte von Mondbahn- und Erdbahnebene steht, wird er vom Erdschatten erfasst. Diese Schnittpunkte heißen auch Drachenpunkte - in Anlehnung an die chinesische Mythologie: Beim Anblick einer Finsternis glaubten die Menschen im alten China, dass ein Himmelsdrache das Gestirn verschlingt.