Zum 60. Geburtstag der EU - Europäisches Patentamt in München: Ein patenter Riegel

Von Sophie Burfeind

Auch München wollte europäisch sein, und so kam das Europäische Patentamt an die Isar. Nicht alle in der Stadt freuten sich darüber.

München - Es war kein Streit zwischen den Parteien, es war einer zwischen den Alten und den Jungen. Walter Zöller (CSU), weiß es noch genau. Er war damals 32, seine ersten Sitzungen als Stadtrat, sie stritten monatelang, manchmal unter Polizeischutz. Es ging um das Europäische Patentamt: Es sollte an die Isar kommen und dafür Häuser aus der Gründerzeit abgerissen werden. "Der völlige falsche Standort fanden wir", sagt Zöller.

Dass sie, die Jungen, den Streit verloren haben, ärgert ihn heute noch. Heute ist Zöller 78 Jahre alt, der Älteste im Stadtrat und das Europäische Patentamt zwischen dem Deutschen Patent- und Markenamt und dem Deutschen Museum, längst eine anerkannte Institution der Stadt. Es ist ja so: Wäre das Europäische Patentamt 1977 nicht gebaut worden, wäre München heute nicht die Patenthauptstadt Europas. Dass das Europäische Patentamt insgesamt mal 15 000 Jobs in München schaffen würde, konnte Anfang der 70er Jahre noch keiner ahnen. Damals ging es in erster Linie um den Standort. "Ein richtiger Glaubenskrieg", sagt Zöller.

Die Jungen wollten die alten Gebäude schützen, der damalige Oberbürgermeister Hans-Jürgen Vogel (SPD) wollte, dass es neben dem Deutschen Patentamt entsteht. "Sonst kommt es nicht nach München." Und München wollte doch auch europäisch sein! "Ein Totschlagargument", sagt Zöller.
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