Norovirus beendet Rhein-Kreuzfahrt: Dutzende Infizierte

Gäste und Besatzung vorübergehend in Quarantäne

Ein Norovirus hat das Programm einer dreitägigen Kreuzfahrt auf dem Rhein am Wochenende gehörig durcheinandergebracht: 72 Passagiere und Crewmitglieder an Bord der "MS Bellriva" mussten nach Angaben der Einsatzleitung wegen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall behandelt werden. Das Schiff wurde in Wiesbaden vorübergehend unter Quarantäne gestellt. Einen ähnlichen Vorfall gab es auf einem zweiten Schiff rheinaufwärts.

"Wir können eindeutig sagen, dass es sich um eine Art des Norovirus handelt", sagte ein Sprecher der Einsatzleitung in Wiesbaden unter Verweis auf Laboruntersuchungen. Der Geschäftsführer des Reiseanbieters 1Avista, Herbert Rösch, sagte, es sei bestätigt, dass das Virus von außen auf das Schiff gelangt sei und "nichts Schadhaftes im Essen oder Trinken war". Die Betroffenen hätten sich das Virus möglicherweise auf Weihnachtsmärkten eingefangen. Das Schiff solle am Montag gründlich desinfiziert werden.

Während der Quarantäne hatten Besatzungsmitglieder und Passagiere den Schiffsanleger in Wiesbaden-Biebrich nicht verlassen dürfen. Die Quarantäne wurde am Samstagnachmittag von den Gesundheitsbehörden wieder aufgehoben, nachdem die Ursache für die zahlreichen Erkrankungen geklärt war.

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Am Freitagabend klagte nach Angaben der Einsatzleitung zunächst nur ein Passagier über Beschwerden. Im Laufe der Nacht stieg die Zahl der Kranken aber immer weiter an, bis Samstagnachmittag wurden 67 kranke Reisende und Besatzungsmitglieder gezählt, am Sonntag stieg die Zahl auf 72. Vier Reisende über 80 Jahren wurden wegen der Gefahr der Dehydrierung am Samstag vorsorglich ins Krankenhaus gebracht - aber auch sie konnten nach Angaben des Veranstalters am Sonntag nach Hause zurückkehren.

Insgesamt waren 184 Menschen an Bord des niederländischen Flusskreuzfahrtschiffes. Bei den Passagieren handelte es sich um deutsche Staatsbürger. Sie hatten einen dreitägigen Ausflug auf dem Rhein gebucht, der in Köln begann und dort eigentlich am Samstag wieder enden sollte. Am Sonntagmorgen wurden sie mit Bussen nach Köln gebracht, einige vor allem ältere Reisende wurden von Angehörigen in Wiesbaden abgeholt.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich auf einem anderen Rhein-Kreuzfahrtschiff weiter südlich. In Straßburg wurden am Samstagabend sechs Passagiere wegen einer mutmaßlichen Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, wie die Straßburger Polizei und Feuerwehr am Sonntag mitteilten. Insgesamt hätten rund 70 Reisende über Beschwerden wie Übelkeit und Durchfall geklagt.

An Bord des Schiffes eines Schweizer Reeders befanden sich insgesamt 214 Menschen, darunter 42 Besatzungsmitglieder. Bei den Reisenden handelte es sich überwiegend um Deutsche und Schweizer. Die genaue Ursache für die Erkrankung war noch unklar.


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