60 Prozent der Berufstätigen fürchten Jobrückgang durch Digitalisierung

Arbeit am Tablet-Computer

Obwohl sechs von zehn Berufstätigen in Deutschland die Digitalisierung als Bedrohung für Arbeitsplätze ansehen, hat nur jeder Fünfte Angst um seinen eigenen Job. Wie die Versicherung HDI am Mittwoch bei der Vorstellung ihrer aktuellen Berufe-Studie mitteilte, empfinden 44 Prozent den digitalen Wandel sogar insgesamt als hilfreich - nur 25 Prozent sehen ihn als Belastung.

Das Marktforschungsinstitut YouGov befragte im August gut 3600 Berufstätige ab 15 Jahren. 60 Prozent von ihnen waren der Meinung, dass durch die Digitalisierung "mehr Arbeitsplätze verschwinden als neue entstehen", doch nur 22 Prozent sorgten sich auch konkret um ihren Arbeitsplatz. "Nach Angaben der Berufstätigen entfällt heute im Schnitt die Hälfte ihrer Arbeit auf digitale Tätigkeiten", teilte HDI mit.

Die Versicherung beobachtet "ein gespaltenes Verhältnis" zur Digitalisierung: "Einerseits spüren die Berufstätigen, dass hierdurch starke Veränderungen in der Arbeitswelt anstehen - stärker oft als in allen anderen Lebensbereichen." Andererseits sorgten damit einhergehende Vereinfachungen und die gute Arbeitsmarktlage dafür, "dass die meisten noch keinen persönlichen Handlungsbedarf erkennen und die Entwicklung einfach abwarten".

39 Prozent der Erwerbstätigen gaben in der Umfrage an, ihre Arbeitssituation sei "rauer geworden", nur für jeden Zehnten war das Berufsleben entspannter als früher. Wie HDI weiter erklärte, sind für gut drei Viertel Weiterbildung und Anpassung in ihrem Beruf wichtig, gleichzeitig kam für 64 Prozent aber kein berufsbedingter Umzug infrage. Dieser Wert war demnach in Sachsen mit 75 Prozent am höchsten, in Hamburg (57 Prozent) am niedrigsten.

Ein weiteres Studienergebnis: Lehrer und Ausbilder sind am zufriedensten mit ihrer Tätigkeit. 86 Prozent der Befragten in dieser Berufsgruppe hatten Spaß an der Arbeit. Zum Vergleich: Im touristischen Bereich waren es nur 56 Prozent. Vier von fünf Lehrern und Ausbildern würden nach eigenen Angaben außerdem ihren Beruf noch einmal wählen, stünden sie vor der Wahl.