801 offizielle Fanclubs: Överall jitt et Fans vum FC Kölle

Die Hausherrin wollte nur testen, ob die Anlage funktioniert.

Ziemlich genau 30 Jahre ist es her, da waren beim 1. FC Köln gerade einmal 70 Fanclubs aktiv. Bis heute hat sich die Zahl der sogenannten Vereine im Verein mehr als verzehnfacht. Woher kommt das Kölner Fanclubwachstum? Und was treibt die Ehrenamtlichen in den Fanvereinigungen an? Die Spurensuche führt bis nach Abu Dhabi, doch sie beginnt in Köln, im beschaulichen Innenhof eines Wohnhauses in Niehl.

Im Hintergrund plätschert das Wasser eines Teichs, im Vordergrund weht die FC-Fahne an einem Fahnenmast im Wind, in der Einfahrt steht ein quietschroter Kleintransporter. An einem Tisch sitzt ein Mann mit gelbem FC-Torhütertrikot und etwas abgewetzten Schuhen mit aufgesticktem Vereinslogo im Rollstuhl und betrachtet das sacht wiegende Wasser im Teich.

„Ich bin schon seit 1974 FC-Fan“

Viel spricht Josef Niessen nicht. Das Reden fällt ihm schwer, man muss genau hinhören, um ihn zu verstehen. Doch wenn er mühsam versucht, über seine Leidenschaft für den 1. FC Köln zu erzählen, dann zieht sich ein breites Lächeln über sein Gesicht.

„Ich bin schon seit 1974 FC-Fan“, sagt er. „Damals haben die ja alles gewonnen.“ Noch breiter wird sein Lächeln, wenn er über seinen Fanclub spricht. Beim „Mittendrin FC Köln e.V.“ sind mehr als die Hälfte der Mitglieder sehbehindert, gehörlos oder auf einen Rollstuhl angewiesen.

Die andere Hälfte des Vereins besteht aus Förderern und Angehörigen. Ein Fanclub, der Menschen mit Handicap vernetzen will. Wer hier Mitglied wird, hat oft einen gesundheitlichen Schicksalsschlag hinter sich.

Ihr Niehler Haus sieht aus wie ein FC-Museum

An seinen persönlichen Schicksalsschlag erinnert sich Gottfried Birk, an dessen Gartentisch Josef Niessen gerade sitzt, noch genau. Eigentlich waren er und seine Frau Ruth begeisterte Marathonläufer. Bis 2007 eine Hirnblutung Ruth aus dem Leben riss. Seitdem ist sie auf einen Rollstuhl angewiesen, Birk kümmert sich um seine Frau. Ein Jahr später traten sie dem 1. FC Köln bei, wenig später auch „Mittendrin“.

Ihr Niehler Haus sieht aus wie ein FC-Museum. Ein ganzer Kleiderschrank ist voll mit Trikots, Wimpeln und Kappen. Auch der rote Transporter mit FC-Aufdruck gehört Birk. Mit ihm ist er mit seiner Frau zu Spielen quer durch die Republik getingelt. Anfang des Jahres starb seine Frau.

Doch Birk will sein Engagement trotzdem nicht niederlegen, im Gegenteil. Jetzt erst recht. Heute ist er Vorstandsmitglied bei „Mittendrin“, in...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta