Ab Mai 2020 produzierte Volvos fahren nur noch 180 km/h

feedback@motor1.com (Stefan Leichsenring)
2018 Volvo S60

Schweden wollen die Zahl der getöteten Volvo-Insassen auf Null reduzieren

Volvo unternimmt einen drastischen Schritt, um die Sicherheit in seinen Fahrzeugen zu erhöhen. Ab 2020 werden alle neuen Fahrzeuge des schwedischen Herstellers ab Werk auf eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h begrenzt. Das gab Volvo bereits im März 2019 bekannt. Nun gibt es Details dazu auf der Homepage des Herstellers.

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Alle Fahrzeuge des Modelljahrs 2021, so der Hersteller auf seiner Website, werden serienmäßig auf 180 km/h begrenzt. Das bedeutet, alle Autos, die ab Mai produziert werden, können nicht mehr schneller als 180 km/h fahren. Zur Begründung führt Volvo auf seiner Homepage an, der Bremsweg bei 250 km/h liege bei 280 Metern, bei Tempo 180 verkürze er sich auf nur noch 150 Meter. Außerdem lägen die Schadstoffemissionen bei 250 km/h viermal höher als bei 180 km/h.

Wie der Autobauer im Frühjahr erklärte, ist die Begrenzung Teil der Strategie Vision 2020, die zum Ziel hat, dass ab 2020 niemand mehr in einem Volvo getötet oder ernsthaft verletzt wird. Die Beschränkung auf 180 km/h sei nötig, da bei hohem Tempo aktive und passive Sicherheitstechnik im Auto und eine smarte Infrastruktur nicht mehr ausreichen, um bei einem Unfall Schwerverletzte und Todesfälle zu vermeiden. Der Autohersteller schätzt, dass etwa 25 Prozent aller Todesfälle im Straßenverkehr im Zusammenhang mit überhöhter Geschwindigkeit stehen. 

„Volvo gehört in Sachen Sicherheit zu den führenden Unternehmen: Das war schon immer so und es wird immer so bleiben“, sagte Volvo-CEO Håkan Samuelsson. „Durch unsere Forschungen wissen wir, wo die Haupthindernisse auf dem Weg zu unserem Ziel liegen, dass es zu keinen schweren Verletzungen oder gar Todesfällen in unseren Fahrzeugen mehr kommt. Ein allgemeines Tempolimit allein reicht nicht aus. Wir sollten vielmehr alles in unserer Macht stehende tun, selbst wenn wir dadurch nur ein einziges Menschenleben retten.“

Als zwei weitere große Sicherheitsgefahren hat Volvo das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss sowie die Ablenkung am Steuer identifiziert. Diese Probleme will Volvo mithilfe von Kameras beheben, die den Fahrer beobachten. Darüber hinaus untersuchen die Schweden ein Geofencing-System, das Volvos im Umfeld von Schulen oder Krankenhäusern automatisch die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten. 

„Wir wollen eine Diskussion darüber starten, ob Automobilhersteller das Recht oder vielleicht sogar die Pflicht haben, Technik in ihren Autos zu installieren, die das Verhalten der Fahrer verändert und Fehlverhalten wie zu schnelles Fahren, Drogenkonsum oder Ablenkungen verhindert“, erläutert Håkan Samuelsson. „Wir haben noch keine endgültige Antwort auf diese Frage, glauben aber, dass wir selbst in dieser Diskussion eine Führungsrolle einnehmen und sogar Pionier sein sollten.“