Ab Samstag hat die Bundeswehr die neue Streitmacht Cyber

Der Bundesgerichtshof verkündet, ob der Bund die IP-Adressen von Besuchern seiner Internetseiten speichern darf. Der klagende Piraten-Politiker Patrick Breyer will unter anderem erreichen, dass Surfprotokolle anonymisiert werden

Analog zu Heer, Luftwaffe und Marine bekommt die Bundeswehr die neue Streitmacht Cyber: Ab Samstag gibt es das Kommando Cyber- und Informationsraum (CIR). "Organisatorisch sind wir international jetzt mit an der Spitze", sagte der Kommandeur der neuen Teilstreitkraft, Generalleutnant Ludwig Leinhos, dem "Focus". Deutschland sei damit das erste derartig aufgestellte Land in der Nato.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte die Aufstellung der neuen Einheit vor rund zwei Jahren angekündigt. Ziel ist es, die Cyberkompetenzen der Bundeswehr zu bündeln und so sowohl die Truppe als auch Deutschland insgesamt besser gegen Angriffe im Cyber- und Informationsraum zu schützen.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums gab es allein in den ersten neun Wochen dieses Jahres rund 284.000 Angriffsversuche auf die Netze der Bundeswehr. Schaden entstand dadurch bislang aber nicht.

Das in Bonn angesiedelte Kommando startet seine Arbeit zunächst mit einem Stab von rund 260 Mitgliedern. Am Mittwoch wird es im Rahmen eines feierlichen Appells von Ministerin von der Leyen offiziell in den Dienst gestellt. Bis zum 1. Juli werden dem CIR dann gut 13.500 überwiegend bereits vorhandene Dienstposten unterstellt. "Das entspricht in etwa der Personalstärke der Marine", sagte Leinhos dem "Focus".

Er nannte als Aufgaben unter anderem den Schutz und Betrieb der eigenen IT-Struktur, Aufklärung im Cyberraum und Vorgaben für die Absicherung von computergestützten Waffensystemen. Auch die Kenntnis von Offensivfähigkeiten gehöre zum Job: "Um sich verteidigen zu können, muss man wissen, welche Angriffsmöglichkeiten bestehen."

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