Abba-Fans feiern nach 40-jähriger Wartezeit neues Album der Kultband

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ABBA ist Kult (AFP/Adrian DENNIS)

"Thank you for the music": Das Warten der Abba-Fans auf neue Songs der schwedischen Kultband hat nach vier Jahrzehnten eine Ende. In der Nacht zum Freitag erschien das neue Studioalbum des Quartetts. Fans zeigten sich begeistert - das Urteil der Kritiker fiel dagegen gemischt aus.

"Voyage" wurde um Mitternacht in den Streamingdiensten freigeschaltet und als CD angeboten. "Es klingt nicht veraltet, es klingt nicht wie vor 40 Jahren", sagte Abba-Fan Emilie De Laere bei einer Party zur Feier der neuen Platte in Stockholm. "Wir können es einfach nicht glauben, dass wir so etwas noch einmal erleben können", sagte der 62-jährige Jeffrey de Hart.

"Voyage" enthält zehn Songs. Abba hatten nach jahrelangen Spekulationen im September ein Comeback-Album angekündigt, erste Songs hatte die Band bereits 2018 im Studio aufgenommen Die im Vorfeld der Album-Veröffentlichung ausgekoppelten Singles "I Still Have Faith In You" und "Don't Shut Me Down" waren in den offiziellen deutschen Single-Charts direkt auf den Plätzen drei und fünf eingestiegen.

Zusätzlich zum neuen Album soll es eine Hightech-Konzertshow mit Hologrammen der Abba-Sänger geben. Die virtuellen Figuren, die ihren Vorbildern aus dem Jahr 1979 nachempfundenen sind, werden im Mai in London das erste Mal auf der Bühne zu sehen sein und dann auf Tour gehen.

Abba-Mitglied Björn Ulvaeus schließt aber aus, dass die vier Musiker noch einmal selbst auf Tour gehen. "Das wäre so ein Affentheater", sagte der 76-Jährige dem "Spiegel". "Keiner von uns empfindet auch nur den geringsten Wunsch, das zu tun. Es steht absolut außer Frage."

Abba wurden mit Hits wie "Dancing Queen", "Waterloo" und "Mamma Mia" weltberühmt. 1982 löste sich die Band auf, nachdem sich die beiden Ehepaare Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus sowie Anni-Frid Lyngstad und Benny Andersson hatten scheiden lassen. Alle vier Sänger sind mittlerweile über 70 Jahre alt.

Ihr neues Album kam nicht bei allen Kritikern gut an. Während das US-Magazin "Rolling Stone" die Meinung vertrat, dass sich das Warten gelohnt habe, fiel das Urteil des "Guardian" niederschmetternd aus. "No thank you for the music", lautete der Titel der Rezension in der britischen Zeitung - eine Anspielung auf den Abba-Hit "Thank you for the music". Andere Kritik beschrieben "Voyage" als ein Album mit Höhen und Tiefen.

Die Band selbst, die in den vergangenen 50 Jahren mehr als 400 Millionen verkauft hat, verspürt nach eigenem Bekunden keinen Erfolgsdruck mehr. "Wir müssen nichts beweisen. Was macht es schon, wenn die Leute denken, dass wir früher besser waren?", sagte Abba-Songwriter Andersson der schwedischen Tageszeitung "Dagens Nyheter".

"Voyage" ist das neunte Studioalbum der Band und wird zugleich ihr letztes sein, wie Andersson und sein Bandkollege Ulvaeus kürzlich in einem Interview mit dem "Guardian" betonten.

Die Vorfreude auf das neue Album war von einem tödlichen Unglück in Schweden getrübt worden, das sich vor einem Abba-Tributkonzert in Uppsala ereignet hatte. Ein etwa 80 Jahre alter Mann stürzte dort von einer Empore im Foyer des Konzertgebäudes sieben Etagen in die Tiefe auf andere Konzertbesucher. Er selbst und ein weiterer Mann kamen dabei ums Leben, eine etwa 60 Jahre alte Frau wurde verletzt. Abba unterbrach daraufhin für 24 Stunden die Werbeaktivitäten für das neues Album.

bfi/jes

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