Abholzung im brasilianischen Savannengebiet Cerrado um zwei Drittel gestiegen

Die Abholzung im südlich des brasilianischen Amazonas-Regenwalds gelegenen Savannengebiet Cerrado hat im vergangenen Jahr um knapp zwei Drittel zugenommen. (Carl DE SOUZA)
Die Abholzung im südlich des brasilianischen Amazonas-Regenwalds gelegenen Savannengebiet Cerrado hat im vergangenen Jahr um knapp zwei Drittel zugenommen. (Carl DE SOUZA)

Die Abholzung im südlich des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes gelegenen Savannengebiet Cerrado hat im vergangenen Jahr um knapp zwei Drittel zugenommen. 2023 seien dort mehr als 1,1 Millionen Hektar Wald zerstört worden, heißt es in einem am Dienstag von MapBiomas, einem Zusammenschluss aus NGOs und brasilianischen Universitäten, vorgelegten Bericht. Im Vergleich zum Vorjahr stelle das einen Anstieg um 68 Prozent dar.

Laut dem Bericht machen die Rodungen in der für ihre reiche Artenvielfalt bekannten Feuchtsavanne fast zwei Drittel der Entwaldung in ganz Brasilien und etwa das 2,4-fache der Zerstörung im Amazonasgebiet aus. Dort wurden im vergangenen Jahr 454.300 Hektar Wald abgeholzt, was eine Rückgang um mehr als 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellte.

Laut Tasso Azevedo von MapBiomas nimmt die Abholzung in den brasilianischen Dschungelgebieten ab und konzentriert sich zunehmend auf Savannen und Grasland. Der Grund für die Zerstörung der Vegetation sei in fast allen Fällen die landwirtschaftliche Expansion, erklärte er.

Allgemein ist das Ausmaß der Rodungen in Brasilien im vergangenen Jahr jedoch erstmals seit vier Jahren leicht zurückgegangen. Die Regierung des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva war mit dem Versprechen angetreten, die Abholzung zu bekämpfen. Unter Lulas ultrarechtem Vorgänger Jair Bolsonaro war die Abholzung im Vergleich zum Durchschnitt des vorherigen Jahrzehnts um 75 Prozent gestiegen.

lt/ma