Abriss, Neubau, Sanierung - Geisels Hotel-Imperium: Zurück in die Zukunft

Thomas Müller

Die Geisels sortieren ihr Hotel-Imperium gerade neu. Aktuell ist das alte Excelsior an der Reihe. Es wird wohl nicht die letzte Baustelle bleiben. Mit den Sanierungen kommt das Flair aus der Gründerzeit wieder zum Vorschein.

München - Am Blech hat’s gelegen. Diesem nämlich – und natürlich viel, viel Glück – war’s zu verdanken, dass das Excelsior als eines der ganz wenigen Münchner Hotels den Krieg fast unbeschadet überstanden hat. "Dadurch haben die Bomben das Dach nicht durchschlagen", weiß Carl Geisel. Kein Zweifel, es muss ein verdammt gutes Blech gewesen sein.

Freilich, gibt der Ur-ur-Enkel des Hotelgründer-Ehepaars zu, den Altbau-Status sieht man dem Bau kaum noch an. Die Fassade stammt von Ende der 50er Jahre, als die Amis das Hotel wieder zurückgegeben hatten. "Das war halt modern damals", sagt Geisel draußen an der Schützenstraße und schaut sinnierend die Fassade hoch.

Flair der Gründerzeit kommt zurück

Das Gründerzeit-Flair kehrt nun also wieder zurück – gar nicht mal rekonstruiert, sondern noch original vorhanden, eben unter besagter 50er-Fassade, was derzeit freigelegt und ergänzt wird: hübsche Bögen und Ornamente in Sandstein-Optik. Was aber so auch nicht stimmt, handelt es sich doch "nur" um einen strukturierten Sichtbeton. War billiger als Naturstein. Schon damals.

Das ganze Leben, heißt’s ja so schön, ist eine Baustelle. Im Falle der drei Geisel-Brüder stimmt das so nicht – es sind viel mehr Baustellen. Vier, um genau zu sein: Das ehemalige Hotel Cosmopolitan in der Hohenzollernstraße wird nach dem Abriss immer noch neu gebaut.

Eine Baustelle weniger

Eröffnung des Hotels mit dem verschwurbelten Namen "Schwabinger Wahrheit"? "Leider erst nach der Wiesn", brummelt Carl Geisel. Und man merkt, wie es ihm stinkt. Rauskommen soll Anfang 2018 ein Hybridhotel mit normalen Zimmern, aber auch Schlafkojen (mit Kofferfach und Badabteil) sowie Streetfood-Lokal und Outdoor-Whirlpool. Für die jüngere Kundschaft.

Besser schaut’s aus mit dem neuen – schon wieder so ein designter Name – "Beyond by Geisel" und seinen 20 Zimmern am Marienplatz mit Blick aufs Rathaus. Im August wird das feine Hotel im neuen Hugendubel-Haus fertig – noch vor der Wiesn.
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