Abstimmung über türkische Verfassung endet in Deutschland

Nach dem Ende der Abstimmung werden die Wahlurnen versiegelt in die Türkei gebracht. Foto: Lino Mirgeler

Eine Woche vor dem Verfassungsreferendum in der Türkei endet heute die Abstimmung der in Deutschland registrierten türkischen Wähler. Sie können bereits seit zwei Wochen über das von Staatschef Recep Tayyip Erdogan angestrebte Präsidialsystem abstimmen.

Der Urnengang in Deutschland wird von den türkischen Generalkonsulaten organisiert, insgesamt gibt es 13 Wahllokale. Das von ihm angestrebte Präsidialsystem würde Erdogan deutlich mehr Macht verleihen.

Für das Wochenende wurde noch einmal mit einem höheren Andrang als an anderen Tagen der Woche gerechnet. Nach dem Ende der Abstimmung werden die Wahlurnen versiegelt in die Türkei gebracht und dort geöffnet. Die Auslandstürken machen etwa fünf Prozent aller Wahlberechtigten aus und könnten bei einem knappen Ausgang entscheidend sein.

In Deutschland sind mehr als 1,4 Millionen türkische Wähler registriert. Bisher hätten 39,3 Prozent von ihnen ihre Stimme abgegeben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland rechnet mit einem knappen Ausgang bei der hiesigen Abstimmung über die umstrittene Verfassungsreform in der Türkei. «Auch wenn einem das Bild vermittelt wird, es gibt viele Ja-Sager, rechne ich mit keinem eindeutigen Ergebnis», sagte der Vorsitzende Gökay Sofuoglu der Deutschen Presse-Agentur.

Für Deutschland erwartet Sofuoglu eine höhere Wahlbeteiligung als bei der letzten türkischen Parlamentswahl 2015. «Viele Menschen interessiert, wie die Türkei in Zukunft regiert wird - nicht, von wem sie regiert wird», sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde. 2015 hatten knapp 41 Prozent der 1,43 Millionen wahlberechtigten Türken in Deutschland abgestimmt. Knapp 60 Prozent wählten damals Erdogans islamisch-konservative Regierungspartei AKP.

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