Abtreibungen in den USA: Der Weg zur nächsten Klinik wird immer länger

Mitten im Land sind plötzlich neue Trennlinien entstanden, zwischen Staaten, in denen Frauen noch abtreiben können und den anderen. Etwa zwischen Kansas und Oklahoma, im Herzen der USA.

Frauen protestieren in Washington D.C. nach dem Urteil des US-Supreme Courts.
Frauen protestieren in Washington D.C. nach dem Urteil des US-Supreme Courts. (Bild: REUTERS/Michael A. McCoy)

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Einen Monat nach dem historischen Urteil des Supreme Court sind Schwangerschaftsabbrüche bereits in 17 US-Bundesstaaten verboten. Weitere könnten demnächst kippen.

Mitten im Land sind plötzlich neue Trennlinien entstanden, zwischen Staaten, in denen Frauen noch abtreiben können und den anderen. Etwa zwischen Kansas und Oklahoma, im Herzen der USA.

Die Aktivistin Anna Artz betreibt in Oklahoma eine Hotline, die Frauen, die ungewollt schwanger sind, weiterhilft.

"Wir raten ihnen vor allem zu medizinischen Abtreibungspillen per Post. Denn das ist immer noch auf Bundesebene geregelt, die Staaten dürfen nicht eingreifen. Das kann man sich also mit der Post zuschicken lassen. Wir leiten außerdem Frauen an einige Kliniken in Wichita weiter."

In Kansas der "nächstgelegene Abtreibungsanbieter für rund 7,7 Mio Frauen"

Mit jedem Bundesstaat, der ein Verbot erlässt, wird der Weg zur nächstgelegenen Klinik länger. Im Nachbarstaat Kansas sind Abtreibungen möglich, noch. Anfang August soll ein Referendum über die Abtreibungsfrage entscheiden - und darüber, ob Kansas einer der wenigen Anlaufpunkte für Patientinnen mitten im restriktiven Mittleren Westen der USA bleibt.

Zack Gingrich-Gaylord von der Abtreibungsklinik "Trust Women" in Wichita sagt: "In Kansas sind wir jetzt der nächstgelegene Abtreibungsanbieter für rund 7,7 Millionen Frauen. Das ist eine wahnsinnige Zahl. Es ist bedrückend zu wissen, dass man Menschen helfen kann und nicht mehr darf. Wir haben alle Fähigkeiten, alle Werkzeuge, das nötige Wissen. Es ist verheerend, wenn man nicht in der Lage ist, diese Hilfe zu leisten. Wenn einem gesagt wird, es ist verboten."

"Was wir tun, ist Beihilfe"

Am Rande der Legalität und schon darüber hinaus bewegt sich auch die Aktivistin Anna Artz in Oklahoma. "Jeder, der Sie in eine Klinik fährt, Ihnen dabei hilft, dafür zu bezahlen oder einen Termin zu vereinbaren, und genau das ist es, was wir anbieten, macht sich strafbar. Was wir tun, ist Beihilfe, und dafür können wir verklagt werden."

Anna wurde aufgefordert, ihre Unterstützung einzustellen, hat aber vorerst nicht die Absicht, dies zu tun.

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