Abwanderung: Schule: Hälfte der Referendare kehrt Berlin den Rücken

Viele Nachwuchslehrer springen trotz Zusage an einer Schule wieder ab. CDU nennt die Quote „katastrophal“.

Berliner Schulen sind bei den Absolventen, die an Berliner Universitäten zu Lehrern ausgebildet werden, alles andere als erste Wahl. So haben sich nach Angaben der Senatsverwaltung für Bildung zwar 1039 Absolventen in der Einstellungsrunde vom Februar für ein Referendariat an einer Berliner Schule beworben, doch 47 Prozent davon sind trotz Zusage wieder abgesprungen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht davon aus, dass die Bewerber in andere Bundesländer abgewandert sind. "Offenkundig sind die Arbeitsbedingungen in Berliner Schulen nicht so attraktiv, als dass sich ausreichend Bewerberinnen und Bewerber vorstellen könnten, langfristig in Berlin zu arbeiten", sagte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW Berlin. Stattdessen bilde Berlin kostspielig Lehrkräfte für andere Bundesländer aus. Die Senatsverwaltung für Bildung müsse dringend gegensteuern, um den hohen Schwund zu stoppen.

Eine mögliche Ursache dafür sieht die GEW in der schlechten Bezahlung der Referendare. Berlin liege im Bundesvergleich weit hinten, während die Lebenshaltungskosten in der Hauptstadt vergleichsweise hoch sind. Ein Lehramtsanwärter im Referendariat bekommt in Berlin monatlich 1165 Euro. Im Nachbarland Brandenburg sind es 1324 Euro. Und auch in den anderen Bundesländern werden Lehrer dringend gesucht. Ein weiterer Grund könnte nach Angaben der Gewerkschaft die Verunsicherung durch die Reform der Lehrerausbildung sein. So wurde zum Beispiel die Ausbildung für Sekundarschulen und Gymnasien zusa...

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