Acht Festnahmen wegen Anschlags in St. Petersburg

Blumen erinnern in St. Petersburg an die Opfer des Anschlags. Foto: Dmitri Lovetsky

Die russische Polizei hat acht Männer festgenommen unter dem Verdacht, in den Bombenanschlag in St. Petersburg mit 14 Toten verwickelt zu sein. Sechs Verdächtige seien in St. Petersburg festgenommen worden, zwei in Moskau, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee mit.

Bei Durchsuchung ihrer Wohnungen sei eine Bombe sichergestellt worden, die dem nicht explodierten Sprengsatz ähnele, der in einer Petersburger U-Bahnstation gefunden worden war. Die Ermittler hätten auch Waffen und Munition gefunden, meldete die Agentur Interfax.

Bei dem Anschlag in der Metro der Millionenstadt an der Ostsee waren am Montag 14 Menschen getötet und etwa 50 verletzt worden. In Moskau folgten am Donnerstagabend 3000 bis 4000 Menschen einem Aufruf der Regierung, gegen den Terror zu demonstrieren. «Wir sind solidarisch mit St. Petersburg», rief ein Mann von der Bühne in Nähe des Kremls.

Als mutmaßlichen Bombenleger haben die Behörden den 22-jährigen Akbarschon Dschalilow aus Kirgistan identifiziert. Er starb bei der Explosion.

Schon vor den neuen Festnahmen hatten Ermittler in St. Petersburg acht Männer aus Zentralasien festgehalten. Bei ihnen ist ein Zusammenhang mit dem Anschlag unklar. Sie werden aber verdächtigt, für extremistische Organisationen geworben zu haben. Gegen einen von ihnen erging Haftbefehl. In einem Petersburger Wohnhaus entschärften Spezialisten am Donnerstag einen Sprengsatz, wie der Inlandsgeheimdienst FSB mitteilte.

Zu dem Friedensmarsch in Moskau kamen ältere Menschen. Viele trugen russische Fahnen und rote Nelken als Zeichen der Solidarität. Die Zeitung «Kommersant» hatte am Mittwoch berichtet, dass der Kreml die Kundgebung organisiert habe, bei der auch Politiker aller Parteien teilnehmen sollten.

In der Menge hob ein Mann ein Schild hoch, auf dem ein großes Fragezeichen stand. Die Menschen bei der Kundgebung seien ihm zu unkritisch, sagte Wladimir. Seinen Nachnamen wollte er nicht nennen. «Natürlich sollen und müssen wir trauern, aber wir sollten auch von der Regierung Antworten verlangen: Was will sie gegen Terrorismus und Gewalt machen?», forderte der 60-Jährige Moskauer.

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