Adobe – breite Burggräben in der digitalen Wirtschaft

Die Aktienkurse von Unternehmen, die mit der Digitalisierung zu tun haben, haben sich in den letzten Monaten nicht gerade glänzend entwickelt. Man könnte meinen, dass die Entwicklung aufgrund von weniger Kontaktbeschränkungen komplett gestoppt ist. Adobe (WKN: 871981) konnte im jüngsten Quartal allerdings zeigen, dass hier viele Börsianer eher zu kurz denken.

Das Unternehmen konnte einen Rekordumsatz von 4,26 Mrd. US-Dollar erzielen. Auf bereinigter Basis entspricht dies einem Umsatzwachstum von 17 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Burggräben wachsen weiter

Das Unternehmen ist mit seinem Angebot führend in kreativen Kernkategorien wie Bild, Design, Video und Illustration. Daneben entwickelt Adobe Plattformen für neue Medientypen wie 3D und Augmented Reality für das aufkommende Metaverse. Das Unternehmen erweitert sein Produktangebot immer weiter, um die Bedürfnisse von verschiedenen Kundengruppen zu erfüllen.

Im ersten Quartal wurde die Creative Cloud Express eingeführt. Das Produkt richtet sich an Anfänger. Dank des reibungslosen Onboardings werden Millionen von Kleinunternehmern, Social Influencern und Studenten an die Produkte von Adobe herangeführt. Bei den Profis profitiert Adobe davon, dass Kreativität zu einem Teamsport geworden ist. Das Unternehmen verfügt bereits heute mit seinen Collaboration-Tools von diesem Trend und möchte diese Funktionen für alle kreativen Kategorien anbieten.

Was die Document Cloud betrifft, so sind digitale Dokumente zur Grundlage der Geschäftsabläufe geworden und werden weiter an Bedeutung gewinnen, da hybrides Arbeiten zum Standard wird. Zu den Höhepunkten des ersten Quartals gehört das starke Wachstum von Adobe Sign, das durch die Vereinheitlichung der E-Signatur-Funktionalität in Acrobat und neue Integrationen in anderen Adobe-Programmen vorangetrieben wurde. Auch in diesem Bereich wächst Adobe im Web. Durch ein hohes Suchvolumen für Dokumentenaktionen wie die Bearbeitung, Konvertierung und Freigabe von PDFs konnte das Geschäft im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt werden.

Adobe als großer Profiteur von E-Commerce

Kunden und Unternehmen tauschen sich aus und wickeln ihre Geschäfte digital ab. Online-Shopping ist heute unverzichtbar. Laut Zahlen von Adobe ist die USA auf dem besten Weg, in diesem Jahr die Marke von 1 Billion US-Dollar an E-Commerce-Umsätzen zu überschreiten. Selbst wenn diese Marke aufgrund globaler Hindernisse verfehlt wird, ist in meinen Augen klar, wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen wird.

In diesem Quartal wurde Adobe in drei Berichten von Branchenanalysten, die sich auf Kernsegmente des Kundenerlebnismanagements konzentrieren, als führend eingestuft. Darunter der Magic Quadrant für Digital Experience Platforms von Gartner, der erste IDC MarketScape für CDPs für Front Office und die Forrester Wave für Digital Asset Management.

Damit sollte Adobe ein großer Profiteur von verschiedenen Megatrends der nächsten Jahre sein. Durch die bescheidene Kursentwicklung der letzten Monate ist das Unternehmen durchaus fair bewertet. Das Unternehmen ist aber hochprofitabel und verfügt über eine äußerst solide Bilanz. Weitere Kursrückgänge werde ich daher zu Nachkäufen nutzen.

Der Artikel Adobe – breite Burggräben in der digitalen Wirtschaft ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Adobe. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Adobe und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2024 $420 Call auf Adobe Inc. und Short January 2024 $430 Call auf Adobe Inc.

Motley Fool Deutschland 2022

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