Ähnlichkeit zu Adolf Hitler: Polizei ermittelt wegen Grabfigur

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Im schwäbischen Weil im Schönbuch ist auf dem Gemeindefriedhof eine Holzfigur aufgetaucht, die Ähnlichkeiten zu Adolf Hitler haben soll. Die Polizei ermittelt.

Auf dem Friedhof einer schwäbischen Gemeinde ist eine Holzskulptur aufgetaucht, die für viel Aufregung gesorgt hat. (Symbolbild: Getty Images)
Auf dem Friedhof einer schwäbischen Gemeinde ist eine Holzskulptur aufgetaucht, die für viel Aufregung gesorgt hat. (Symbolbild: Getty Images)

Statt der letzten Ruhe herrscht auf dem Friedhof "Hägnach" im schwäbischen Weil im Schönbuch seit Tagen große Aufregung. Der Grund: die lebensgroße Holzfigur eines Fußballspielers. Sie ist vergangene Wochenende auf einem Grab aufgetaucht, trägt ein Trikot mit der Nummer 88 und erinnert – laut empörten Besucher*innen – an Adolf Hitler.

Was verbirgt sich dahinter?

Zugegeben, ganz aus der Luft gegriffen ist das nicht: Die Figur trägt die kurzen dunklen Haare zu einer Art Seitenscheitel, sie hat die Anmutung eines Oberlippenbärtchens und die Trikotnummer 88 auf der Brust. Die steht in rechten Kreisen als Chiffre für den Gruß "Heil Hitler", das H ist der achte Buchstabe im Alphabet.

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Wie unter anderem der SWR berichtet, meldeten deshalb einige Friedhofsbesucher*innen den angeblichen Holz-Hitler bei ihrem Bürgermeister Wolfgang Lahl. Der hat die Figur am Montag vergangene Woche entfernen lassen, die Kriminalpolizei eingeschaltet, die zwischenzeitlich den Staatsschutz informiert hat. Ein Polizeisprecher sagte dazu: "Wir wissen, wem das gehört, wissen aber noch nicht, was sich dahinter verbirgt."

Fußballfan wohnte in der Hausnummer 88

Das könnte jetzt die Bild herausgefunden haben: Demnach ist die Holzfigur nicht wahllos auf einem Grab aufgestellt worden, sondern vom Sohn des dort begrabenen Mannes. Der hatte die Figur bei einem Skulpturenkünstler, der mit Holz arbeitet, in Auftrag gegeben. Sie sollte an die große Leidenschaft des Verstorbenen erinnern: Der war 30 Jahre lang Kassierer bei einem Fußballverein.

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So erklärt sich das Trikot. Und die "verdächtige" Nummer? Die begründet sich in der Hausnummer des Verstorbenen, der in der 88 gewohnt hat.

Die Anwältin des Sohnes sagte dazu der Bild, dass der Sohn seinem Vater einen besonderen Grabstein habe setzen wollen und dass er mitnichten Nazi sei.

Was passiert mit der Figur?

Ob das stimmt und wie es mit der Figur nun weitergeht, ist bislang unklar. Erst muss der Staatsschutz die Unbedenklichkeit bestätigen und dann darf Weil im Schönbuch-Bürgermeister Lahl sie wieder als Grabdekoration zulassen. Oder sie landet vielleicht beim Sohn zur Zierde im Vorgarten.

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