Afghanische Justiz lässt wegen Coronavirus-Krise bis zu 10.000 Häftlinge frei

Die afghanische Justiz hat wegen der Coronavirus-Krise die Freilassung von bis zu 10.000 Häftlingen angeordnet. Aus den Gefängnissen würden vor allem Frauen, Jugendliche, Kranke und Alte entlassen, sagte Generalstaatsanwalt Farid Hamidi am Donnerstag vor Journalisten. Mit der Freilassung der Gefangenen will das Land die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus eindämmen.

"Dies ist eine verantwortungsvolle Entscheidung zum Schutz der Gesundheit der Menschen", sagte Hamidi weiter. Von dem Dekret von Präsident Aschraf Ghani sollen seinen Angaben zufolge aber keine Häftlinge profitieren, "die Verbrechen gegen die nationale und internationale Sicherheit begangen haben".

In Afghanistan haben sich nach Angaben der Behörden bislang 84 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt, zwei Erkrankte starben. Experten befürchten jedoch, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist und sich das Virus unkontrolliert in dem Krisenland ausbreitet.