Airberlin vergrößert Verlust auf fast 782 Millionen Euro

Verlust steigt auf knapp 782 Millionen Euro

Die Fluggesellschaft Airberlin gerät immer tiefer in die roten Zahlen. Das Unternehmen fuhr im vergangenen Jahr einen Verlust von fast 782 Millionen Euro ein, 2015 waren es knapp 447 Millionen Euro. Airline-Chef Thomas Winkelmann sprach am Freitag von "hochgradig unbefriedigenden" Finanzergebnissen und gab das Ziel aus, wieder eine attraktive Fluggesellschaft zu werden. "Wir müssen pünktlich sein, wir müssen Qualität liefern", sagte er.

Airberlin steckt seit 2008 in den roten Zahlen, unterbrochen nur von einem kleinen Plus im Jahr 2012. Seit 2013 vergrößerten sich die Verluste immer weiter. Um die Wende hin zu Profitabilität und Wachstum zu schaffen, will Winkelmann den bereits 2016 angestoßenen Umbau der Airline "noch schneller und mit aller Konsequenz vorantreiben". Bisher seien die Erlöse zu gering und die Kosten zu hoch.

"Die Airberlin sollte eine eierlegende Wollmilchsau sein, die alles macht und allen Ansprüchen genügt", sagte Winkelmann mit Blick auf die Vergangenheit der Fluggesellschaft. Es gelte nun, die "alte Airberlin" zu einer Netzwerkairline umzugestalten. Erste Erfolge dieser "strategischen Kehrtwende" seien die Abspaltung der Touristiksparte, die Verringerung der beflogenen Strecken von 387 auf unter 100 und der Abbau von knapp tausend Stellen.

Der Airberlin-Chef rechnet damit, dass die Umstrukturierung auch das Jahr 2017 prägen wird. Die "ersten Früchte" könne die Fluggesellschaft womöglich ab dem vierten Quartal ernten, sagte er. Airberlin genieße dabei die "volle Unterstützung unseres Partners Etihad". Die arabische Airline ist seit 2011 Großaktionär von Airberlin. Wie "Focus" am Freitag berichtete, will Etihad seinen Airberlin-Anteil in Höhe von 29,2 Prozent aber schnell loswerden.

Das heizte die Spekulationen über einen Verkauf von Airberlin an Lufthansa weiter an. Lufthansa-Chef Carsten Spohr reist Anfang kommender Woche in der Delegation von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Abu Dhabi. Dabei könnte er mit Etihad über einen möglichen Kauf des Airberlin-Anteils verhandeln. Winkelmann, selbst ehemaliger Lufthansa-Manager und erst seit Jahresbeginn bei Airberlin, wollte den Bericht am Freitag nicht kommentieren.

Airberlin und Lufthansa arbeiten bereits zusammen: Die Berliner Fluggesellschaft hat knapp 40 ihrer Flugzeuge an Lufthansa vermietet. Airberlin-Finanzchef Dimitri Courtelis bezeichnete diesen Deal als Erfolg für sein Unternehmen. Überschüssige Kapazitäten ließen sich so ausgleichen.

Die Liquidität der Fluggesellschaft bezeichnete Airberlin-Chef Winkelmann als ausreichend, um den Umbau der Fluggesellschaft fortzusetzen. Fluggäste könnten "beruhigt bei Airberlin buchen". In den kommenden Wochen und Monaten werde sich die Fluggesellschaft aber auch um neue Partner bemühen. Das sei weniger der schwierigen finanziellen Lage geschuldet als den Zielen des Managements.

"Wir sind ungeduldig und wir wollen Erfolg", sagte Winkelmann. Dabei werde sich das Unternehmen auf seine Stärken besinnen, die Marktführerschaft in Düsseldorf und Berlin. Doch ausgerechnet die Hauptstadt macht Airberlin Probleme, nämlich durch die Verzögerung bei der Eröffnung des Flughafens BER. Winkelmann zufolge hätte das Unternehmen durch den BER jährlich um 20 Millionen wachsen können. In Tegel seien die Wachstumsmöglichkeiten hingegen begrenzt.

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