Aiways U5: Elektro-SUV aus China für 25.000 Euro soll Europa erobern

feedback@motor1.com (Stefan Leichsenring)
Aiways U5

Günstiges Modell hat nun alle Zulassungshürden genommen und soll 2020 durchstarten

Der Aiways U5 könnte das erste Elektroauto eines chinesischen Herstellers sein, das bei uns in Europa landet. Und mit einem Basispreis um die 25.000 Euro könnte das 4,70 Meter lange SUV Autos wie dem Hyundai Kona Elektro das Wasser abgraben. Aiways hat nun alle erforderlichen Zertifizierungen für die Zulassung des U5 in Europa erhalten, wie Bloomberg berichtet.

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Mit einem Basispreis um die 25.000 Euro wäre das Elektro-SUV deutlich günstiger als der VW ID.3, dessen Basispreis bei rund 30.000 Euro liegen soll. Auch die günstigsten Elektro-SUVs in Europa, wie den Hyundai Kona Elektro, gibt es erst ab etwa 35.000 Euro. Dabei ist der Aiways U5 mit 4,70 Meter Länge deutlich größer, er hat etwa die Maße eines Skoda Kodiaq. Für den Antrieb sorgt ein 190 PS (140 kW) starker Elektromotor an der Vorderachse. Das soll einen Tempo-100-Sprint in etwa zehn Sekunden ermöglichen. Die Reichweite mit dem 63-kWh-Akku soll bei über 460 Kilometer liegen. Angeblich gibt es sogar noch ein optionales 20-kWh-Akkupaket, mit dem man die Reichweite nochmal um 100 km vergrößern kann, so das Elektroauto-Portal Ecomento. Wenn damit die Reichweite nach WLTP gemeint ist, wäre man auf dem Niveau des Tesla Model 3 mit großer Reichweite (ebenfalls 560 km nach WLTP).

Der Aiways will den U5 ab dem zweiten Quartal 2020 in Europa anbieten, zitiert Bloomberg einen der Aiways-Gründer, Fu Qiang. Zuerst werde man Norwegen, die Niederlande und Deutschland angehen, so Fu. In China soll der U5 schon Ende November 2019 auf den Markt kommen und ab 200.000 Yuan (etwa 26.000 Euro) erhältlich sein.

Für die Chinesen ist der europäische Markt interessant, weil die Verkäufe in China jüngst fielen, da die Regierung die Subventionen für Elektroautos zusammenstrich. Aber auch der Prestigegewinn wäre wichtig. Denn offenbar glaubt man im Reich der Mitte, dass ein chinesisches Auto, das bei den anspruchsvollen europäischen Kunden ankommt, etwas taugen muss. Misserfolge anderer chinesischer Marken hätten zu einem schlechten Image geführt, so Fu, doch könnten die Erfolge von chinesischen Handys dies möglicherweise ausgleichen. Damit könnte Fu die Automarke Brilliance meinen, die sich nach kurzem Auftauchen in Europa schnell wieder zurückzog, und die Handymarke Huawei. Ein Pluspunkt für den Aiways U5 dürfte auch sein, dass die Technologie deutsche Wurzeln hat. Denn als Entwicklungszentrum von Aiways fungiert ein Joint Venture in Ingolstadt, das von Roland Gumpert geführt wird, einem ehemaligen Audi-Motorsport-Ingenieur und dem Vater des Gumpert Apollo.