Ajax besiegt hochverdient Schalke mit 2:0

Die Schalker Leon Goretzka, Torwart Ralf Fährmann und Benedikt Höwedes (l-r) lassen nach dem zweiten Gegentreffer die Köpfe hängen. Foto: Ina Fassbender

Nach der dritten Niederlage im dritten Viertelfinal-Hinspiel droht der Bundesliga im Europacup-Halbfinale die Zuschauerrolle.

Nach Borussia Dortmund und Bayern München in der Champions League verlor am Donnerstag auch Schalke 04 die erste Partie seines Duells in der Runde der letzten Acht in der Fußball-Europa-League. Ernüchternder als das Ergebnis beim 0:2 (0:1) bei Ajax Amsterdam war dabei die indiskutabele Leistung der Schalker.

Die Königsblauen ließen sich von der jungen Ajax-Mannschaft um den früheren U21-Nationalspieler Amin Younes teilweise vorführen und waren mit dem Ergebnis noch gut bedient. Der Bundesliga-Zehnte braucht im Rückspiel am nächsten Donnerstag in Gelsenkirchen eine deutliche Leistungssteigerung, um überhaupt noch eine Chance auf das Halbfinale und damit die Wiederholung des Eurofighter-Coups von vor 20 Jahren zu haben. Überragender Spieler bei Ajax war der angeblich von Schalke umworbene Kapitän Davy Klaassen, der beide Tore schoss (23., Foulelfmeter/53.).

«Es wird eine ganz heiße Nummer hier», hatte Schalke-Manager Christian Heidel vor dem Spiel beim TV-Sender Sport1 gesagt. Und bereits die Anfangsphase bestätigte diese Einschätzung: Angefeuert vom lautstarken Publikum, griffen die Gastgeber früh an und setzten Schalke unter Druck. In der 12. Minute prüfte Donny van de Beek Schalke-Keeper Ralf Fährmann aus der Distanz, doch der 28-Jährige hielt den Ball im Nachfassen fest.

Elf Minuten später war der Torwart dann machtlos. Alessandro Schöpf, der für den verletzten Eric Maxim Choupo-Moting in die Startelf gerückt war, hatte den ehemaligen Gladbacher und Kaiserlauterer Younes im Strafraum gefoult - Klaassen schoss den fälligen Elfmeter wuchtig in den Winkel.

Amsterdam ließ Schalke kaum zum Verschnaufen kommen und spielte weiter nach vorne. Über den agilen und dribbelstarken Younes oder den starken Klaassen griff Ajax immer wieder an. Ein abgefälschter Kopfball von Davinson Sanchez landete nur an der Latte (31.) - Glück für die Gäste, bei denen Trainer Markus Weinzierl seine Abwehr kurzfristig umgestellt hatte. Dennis Aogo war in die Startelf gekommen, weil Sead Kolasinac nach dem Warmmachen über Adduktoren-Probleme geklagt hatte.

Die Schalker Fans mussten bis zur 45. Minute warten, ehe sie den ersten Torschuss ihres Teams sahen: Benedikt Höwedes probierte es per Fallrückzieher, stellte Ajax-Torhüter André Onana allerdings nicht vor Probleme.

Amsterdam blieb auch nach der Pause die gefährlichere Mannschaft und legte nach: Nach Vorarbeit von Justin Kluivert, dem Sohn des Champions-League-Siegers von 1995 Patrick Kluivert, erzielte Klaassen freistehend im Strafraum seinen zweiten Treffer.

Für Schalke hätte es noch deutlich schlimmer kommen können: Fährmann verhinderte gegen Bertrand Traoré (54./58) und Younes (57./67./76.) mit starken Reaktionen weitere Ajax-Tore. Zudem lenkte er einen Schuss von van de Beek an die Latte (77.). Kurz vor Schluss sah Thilo Kehrer seine dritte Gelbe Karte und ist damit im Rückspiel gesperrt.

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