Aktien Frankfurt: Dax braucht mehr Kraft an der Hürde von 14 800 Punkten

FRANKFURT (dpa-AFX) -Unter dem Einfluss einer im Euroraum weiter nachlassenden Inflation und Kursgewinnen von BASF DE000BASF111 und Qiagen NL0012169213 hat der Dax DE0008469008 am Dienstag zugelegt. Abermals erweist sich aber die Hürde von 14 800 Punkten als zäher Widerstand. Zeitweise darüber, stand der deutsche Leitindex zuletzt wieder darunter mit einem Plus von 0,47 Prozent auf 14 785,90 Punkten.

Für den MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,72 Prozent auf 24 016,84 Zähler hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gewann 0,8 Prozent.

In China hatte sich die Stimmung in dortigen großen und staatlichen Industriebetrieben im Oktober eingetrübt. Dies hatte den Dax am Dienstag zunächst etwas gebremst. Die Daten zeigten, dass die Erholung in China fragil sei, schrieben die Volkswirte der Commerzbank. "Vermutlich werden die Appelle an die Politik zunehmen, die Wirtschaft zu stimulieren."

Positive Signale gab es indes aus der Eurozone, wo sich die Inflation im Oktober deutlicher abschwächte als von Analysten erwartet. Die fallenden Inflationsraten seien ein Schlüssel für ein künftig wieder höheres Wachstum im Euroraum, erläuterte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Eine sich normalisierende Teuerungsentwicklung ist eine notwendige Bedingung für einen konjunkturellen Trendwechsel."

Die Inflationsdaten halfen Aktien von Immobilienwerten, sich zu stabilisieren. Vonovia DE000A1ML7J1 gewannen im Dax 2,8 Prozent, LEG DE000LEG1110 im MDax 4,5 Prozent und Aroundtown LU1673108939 im SDax DE0009653386 7,7 Prozent.

Der Chemiekonzern BASF erlitt wegen der Öl- und Gastochter Wintershall einen Quartalsverlust und wurde zudem für 2023 vorsichtiger. Die Papiere legten dennoch um 4,7 Prozent zu. Der vorsichtigere Jahresausblick sei ein offenes Geheimnis gewesen, sagten Händler. Die Kosten will BASF in den kommenden Jahren zudem noch stärker eindampfen als zuvor geplant.

Der Diagnostikspezialist Qiagen sieht sich unterdessen nach einem überraschend guten Quartal in der Spur zu seinen im Sommer gesenkten Jahreszielen. Die Anteile gewannen 3,5 Prozent. An der Dax-Spitze setzten sich die Aktien des Laborausstatters Sartorius DE0007165631 mit plus 6,5 Prozent von mehrjährigen Tiefständen ab. Börsianer verwiesen hierzu auf positive Signale des US-Kooperationspartners Repligen US7599161095 anlässlich eines Quartalsberichts.

Die Aktien von Klöckner & Co DE000KC01000 trotzten einer Gewinnwarnung mit plus 4,5 Prozent. Nachdem die Papiere des Stahlhändlers tags zuvor auf das tiefste Niveau seit November 2020 gefallen waren, erholten sie sich nun um 4,2 Prozent. Die gekappten Ziele für das operative Ergebnis 2023 seien angesichts der Nachfrageschwäche gerade in Europa und der negativen Preisspirale keine Überraschung, sagte ein Marktteilnehmer.

Der Euro EU0009652759 kostete am Nachmittag 1,0616 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,0605 (Freitag: 1,0541) Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,79 Prozent am Vortag auf 2,76 Prozent. Der Rentenindex Rex DE0008469107 sank um 0,11 Prozent auf 123,80 Punkte. Der Bund-Future DE0009652644 gewann 0,34 Prozent auf 128,18 Punkte./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---