Aktien New York: Getrübte Aussichten bei Meta belasten Stimmung an der Nasdaq

NEW YORK (dpa-AFX) -Die überwiegend mit Technologiewerten bestückte Nasdaq-Börse in New York hat am Donnerstag an ihre deutlichen Vortagesverluste angeknüpft. Standardwerte hielten sich dagegen etwas besser. Im Fokus standen weitere Quartalsberichte großer US-Konzerne, die die Aktienkurse in unterschiedliche Richtungen trieben. Wieder einmal kamen Enttäuschungen vor allem aus dem Technologiesektor.

Aufmerksamkeit zog zudem das überraschend starke Wirtschaftswachstum in den USA im dritten Quartal auf sich. Auch die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Leitzins nach zehn Erhöhungen in Folge unverändert bei 4,5 Prozent zu belassen, wurde interessiert zur Kenntnis genommen.

Der Dow Jones Industrial US2605661048 gab rund zwei Stunden vor dem Börsenschluss um 0,65 Prozent auf 32 823,24 Punkte nach. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 sank um 1,13 Prozent auf 4139,57 Punkte. Der Nasdaq 100 US6311011026 büßte 1,88 Prozent auf 14 111,50 Zähler ein. Am Vortag war er bereits um 2,5 Prozent abgesackt.

Nachdem am Mittwoch vor allem die Google US02079K1079-Mutter Alphabet US02079K3059 die Anleger vergrault hatte, kamen nun von Meta US30303M1027 negative Nachrichten. Der Betreiber von Facebook und Instagram stellt sich darauf ein, dass der Gaza-Krieg das Geschäft mit Online-Werbung bremsen könnte. Die Meta-Aktien, die sich vor allem bis Mitte Oktober gut erholt hatten, sackten zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende August. Zuletzt ging es um 4,1 Prozent abwärts.

Align Technology US0162551016 erlitten mit minus 25,5 Prozent den heftigsten Kurseinbruch an einem Tag seit 2019 und waren Schlusslicht im Nasdaq 100. Der Hersteller transparenter Zahnschienen hatte am Vorabend mit seinem Zahlenwerk und insbesondere dem gesenkten Jahresziel für den Nettoumsatz enttäuscht. Mehrere Analysten senkten nun ihre Kursziele für die Aktie und erwarten wegen der unsicheren Wirtschaftslage eine Verlangsamung der Nachfrage, vorwiegend bei erwachsenen kieferorthopädischen Patienten.

Für die Anteilscheine von Mattel US5770811025 ging es an der Nasdaq um 7,2 Prozent nach unten. Der große Erfolg des "Barbie"-Films hatte das Geschäft zwar im vergangenen Quartal kräftig angeschoben, doch für das Weihnachtsgeschäft zeigt sich der Spielzeug-Riese vorsichtig.

Weniger Sendungen und höhere Löhne durchkreuzten erneut die Geschäftspläne des Paketdienstes UPS US9113121068. Der strich daher seine Jahresziele weiter zusammen, was einen Kursrutsch von 5,1 Prozent auslöste.

Gegen den Trend stieg dagegen die Aktie von IBM US4592001014 um 4,3 Prozent und war damit Spitzenwert im Dow. Der Computer-Konzern hatte im vergangenen Quartal von seinem Software-Geschäft profitiert.

Für das Papier von Merck & Co US58933Y1055 ging es an zweiter Stelle um 3,2 Prozent nach oben. Der Pharmakonzern hob angesichts gut laufender Geschäfte mit Medikamenten seine Umsatzprognose für das laufende Jahr an.

Abseits von Geschäftsberichten sorgte zudem für Aufmerksamkeit, dass die Verhandlungen zwischen Western Digital US9581021055 und Kioxia abgebrochen worden sein sollen. Das macht die Hoffnung auf einen Zusammenschluss des Flash-Speichergeschäfts beider Konzerne zunichte. Laut der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" scheiterten die Gespräche, nachdem SK Hynix erklärt habe, das Geschäft nicht zu unterstützen. Hynix, weltweit die Nummer zwei unter den Speicherchipherstellern, ist indirekter Anteilseigner von Kioxia und sehe in der geplanten Transaktion deren Wert nicht ausreichend widergespiegelt. Western Digital sackten zeitweise auf den tiefsten Stand seit Mitte Mai. Zuletzt stand ein Minus von etwas mehr als 10 Prozent zu Buche.