Aktion von Nackten vor ehemaligem KZ Auschwitz sollte Protest "gegen Krieg" sein

Die Demonstranten, die sich vergangene Woche am Eingang zum früheren Nazi-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz nackt aneinandergekettet hatten, haben nach eigenen Angaben "gegen den Krieg" protestieren wollen. Es müsse alles getan werden, um "den Krieg zu stoppen", "kein neues Blutvergießen zuzulassen", erklärte die Gruppe namens "Love Macht Frei" in einer am Mittwoch von der polnischen Zeitung "Gazeta Wyborcza" veröffentlichten Erklärung.

Elf Frauen und Männer hatten sich am Freitag am Eingang von Auschwitz entblößt und aneinandergekettet, nachdem sie ein Schaf geschlachtet hatten. Zudem befestigten sie ein weißes Banner mit dem in roter Farbe geschriebenen Wort "Liebe" über dem berüchtigten Tor mit dem zynischen Schriftzug "Arbeit macht frei". Das geschlachtete Schaf symbolisiere ein "Kriegsopfer, dem endgültig das Leben genommen wurde", erklärte die Gruppe weiter.

Alle Teilnehmer der Aktion waren am Freitag festgenommen worden. Die zwischen 20 und 27 Jahre alten Mitglieder der Gruppe - sechs Polen, vier Weißrussen und ein Deutscher - wurden nach dem Verhör wieder auf freien Fuß gesetzt. Vertreter der Gedenkstätte und der jüdischen Gemeinde zeigten sich schockiert über die Protestaktion.

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war zwischen 1942 und 1945 im damals besetzten Polen das größte NS-Vernichtungslager. Mehr als eine Million Menschen wurde im Zweiten Weltkrieg dort ermordet, die meisten waren Juden.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen