Aktivisten: 21 Zivilisten bei Luftangriffen in Nordsyrien getötet

Der Beobachtungsstelle zufolge kamen zehn Kinder ums Leben

Bei Luftangriffen der syrischen Regierungstruppen und ihren russischen Verbündeten in der nordsyrischen Provinz Idlib sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 21 Zivilisten getötet worden. Unter den Todesopfern seien auch zehn Kinder, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit. Demnach traf eine Rakete der Streitkräfte von Syriens Machthaber Baschar al-Assad ein Flüchtlingslager in der Nähe des Dorfes Kah an der Grenze zur Türkei.

Beim Beschuss des Flüchtlingslagers seien 15 Zivilisten getötet worden, darunter sechs Kinder, teilte die Beobachtungsstelle mit. 40 weitere Menschen wurden demnach verletzt. Die Rakete sei in der Nähe einer Geburtseinrichtung auf dem Gelände des provisorischen Flüchtlingscamps eingeschlagen.

Die russische Luftwaffe habe zudem die Stadt Maaret al-Numan in der von syrischen Rebellen kontrollierten Idlib-Provinz attackiert, teilte die Beobachtungsstelle weiter mit. Bei den Angriffen seien sechs Zivilisten ums Leben gekommen, darunter vier Kinder. Mehrere Menschen seien zudem lebensgefährlich verletzt worden. Die Zahl der Todesopfer werde deshalb vermutlich noch ansteigen, erklärte der Chef der Organisation, Rami Abdel Rahman.

Die Rebellen-nahe Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Angaben von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Idlib sowie einige Bezirke der Provinzen Hama, Aleppo und Latakia werden großteils von der Dschihadistenmiliz Hajat Tahrir al-Scham und anderen islamistischen Milizen kontrolliert. Seit Ende April gehen die syrischen Regierungstruppen und die russische Luftwaffe wieder verstärkt gegen sie vor. Nach Schätzungen der Beobachtungsstelle kamen allein im Zeitraum von Ende April bis Ende August fast tausend Zivilisten bei syrischen und russischen Luftangriffen ums Leben. Nach UN-Angaben wurden in diesem Zeitraum mehr als 400.000 Menschen vertrieben.

Die russische Armee hatte am 31. August eine einseitige Waffenruhe für die seit Monaten umkämpfte Rebellenbastion Idlib erklärt. Laut der Beobachtungsstelle hat es seither jedoch regelmäßige Angriffe gegeben, bei denen dutzende Zivilisten getötet wurden.

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien 2011 sind mehr als 370.000 Menschen getötet und Millionen weitere vertrieben worden.