Aktivisten: Assad-Truppen nehmen wichtigen Autobahnabschnitt in Idlib ein

Wegen der Kämpfe in Idlib mussten mehr als 580.000 Menschen fliehen

Die syrischen Regierungstruppen haben Aktivisten zufolge einen wichtigen Autobahnabschnitt in der letzten Rebellenhochburg Idlib eingenommen. Die Streitkräfte des syrischen Machthabers Baschar al-Assad hätten nunmehr die Kontrolle über den gesamten Abschnitt der Autobahn M5, der durch die nordsyrische Provinz führe, erklärte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, am Freitag. Demnach fehlt den Regierungstruppen nur noch ein 30 Kilometer langer Streckenabschnitt der M5 in der Nachbarprovinz Aleppo, bevor sie die gesamte Autobahn kontrollieren.

Die Beobachtungsstelle hat ihren Sitz in Großbritannien und stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite oft kaum zu überprüfen.

Syrische Staatsmedien erwähnten die angebliche Eroberung des Autobahn-Abschnitts nicht. In den Medien hieß es lediglich, die Regierungstruppen hätten zwei an der M5 liegende Dörfer eingenommen.

Die M5 verläuft von der jordanischen Grenze im Norden Syriens bis in den Süden des Landes und ist die größte Autobahn in Syrien. Sie führt an fruchtbaren Feldern, Industriegebieten und vier Großstädten vorbei. Strategisch besonders wichtig ist sie auch, weil sie die Hauptstadt Damaskus mit der zweitgrößten syrischen Stadt Aleppo verbindet.

Syrische Regierungstruppen hatten kürzlich mit russischer Unterstützung eine Offensive gegen die von der Türkei unterstützten islamistischen Milizen in der Provinz Idlib gestartet. Am Montag gab es heftige Gefechte zwischen der syrischen und der türkischen Armee, dabei wurden mehr als 20 Menschen getötet. Seit Anfang Dezember flüchteten nach UN-Angaben mehr als 580.000 Menschen vor den Kämpfen in der Region.