Al-Sisi: Libyscher General Haftar bereit zu Waffenstillstand

Soldaten der libyschen Einheitsregierung

Nach mehreren militärischen Siegen der von der UNO anerkannten libyschen Einheitsregierung hat sich der libysche General Chalifa Haftar zu einem Waffenstillstand bereiterklärt. Nach Gesprächen in Kairo verkündete Haftars Verbündeter, der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi, am Samstag, Haftar biete einen Waffenstillstand ab Montag an. Die Truppen der Einheitsregierung rückten derweil auf die libysche Stadt Sirte vor.

Al-Sisi forderte internationale Unterstützung für den Vorschlag, die sogenannte "Kairo-Erklärung". Demnach sollten sich "ausländische Söldner aus Libyen" zurückziehen, Milizen aufgelöst und ihre Waffen beschlagnahmt werden. Somit solle verhindert werden, dass "extremistische Milizen" Kontrolle über Libyens Ressourcen bekämen.

Ein Sprecher der Einheitsregierung teilte am Samstag mit, die Luftwaffe habe "fünf Angriffe auf den Stadtrand von Sirte" geflogen. Die Soldaten hätten Befehle, "vorzurücken und alle Rebellenstellungen anzugreifen". Zu der ägyptischen Initiative hieß es, "wir wählen die Zeit und den Ort", an dem der Krieg ende.

Die Stadt Sirte hat strategische Bedeutung. Sie liegt in unmittelbarer Nähe zu Libyens wichtigstem Öl-Hafen. Ein Verlust hätte für Haftar schwerwiegende Folgen.

Mit militärischer Unterstützung aus der Türkei konnte die Einheitsregierung nach einer 14-monatigen Offensive zuletzt wichtige Positionen Haftars zurückerobern. Seit Beginn von Haftars Offensive auf Tripolis vor mehr als einem Jahr wurden hunderte Menschen getötet und rund 200.000 Menschen in die Flucht getrieben.

Trotz eines Embargos gelangen weiterhin Waffen ins Land. Haftar kontrolliert einen Großteil des Ostens und Südens von Libyen. Die Einheitsregierung wird von Katar und der Türkei unterstützt, die Haftar-Truppen von Russland, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten.