Alberty-Seen Gremberghoven: Naturschutz und Erholung stehen sich im Weg

Streit um Artenvielfalt, Bade-Gefahren und Schadstoffbelastung.

Naturschutz und Landschaftsschutz stehen einem Naherholungsgebiet rund um die Alberty-Seen im Weg. So hat es die Verwaltung den Bezirksvertretern auf der März-Sitzung mitgeteilt. Rund um die beiden Seen rechts und links der Autobahn 559 ist nach dem Ende der Ausbaggerungen ein Lebensraum für etliche geschützte Tierarten entstanden, erklärt Katrin Wieland vom Umweltamt den Bezirksvertretern. „Das hat eine hohe regionale Bedeutung.“

Der südliche See ist Landschaftsschutzgebiet und der nördliche ist Naturschutzgebiet. Somit käme eine Umwandlung des nördlichen Sees in ein Naherholungsgebiet nicht infrage. Die SPD-Fraktion hatte einen entsprechenden Antrag vorbereitet, den die Politiker nach den Ausführungen der Verwaltung aber erst einmal zurück stellten.

Sicherheit war Thema

Schon im vergangenen Jahr waren die Alberty-Seen ein Diskussionspunkt in der Porzer Bezirksvertretung. Im September ging es vor allem um die Sicherheit rund um die Seen. Die SPD forderte damals, das gesamte Areal solle eingezäunt werde. „Aufgrund der Risiken, im See zu ertrinken, muss das Gelände kurzfristig gesichert werden“, begründete Andreas Weidner von der SPD den damaligen Antrag. Viele Porzer nutzen die Seen im Sommer als Naherholungsgebiet zum Grillen und Baden. Das ist allerdings verboten.

Das Areal rund um die Seen ist zum Teil in Privatbesitz und steht unter Natur- und Landschaftsschutz. Verbotsschilder sind jedoch oft kaputt oder total zugewachsen und die wenigen Zäune sind löchrig oder plattgetreten. Deshalb sollte nach dem Willen der SPD das Areal neu eingezäunt werden. Das Anliegen fand allerdings keine Mehrheit in der Bezirksvertretung. Stattdessen forderten die Parteien die Verwaltung auf, offene Fragen rund um die ehemaligen Baggerseen zu erläutern – auch die Möglichkeit, das Gelände in eine öffentliche Freizeitanlage umzuwandeln.

Dem widersprechen neben Natur- und Landschaftsschutz aber noch weiter Aspekte. Da wäre etwa die Belastung des Wassers mit perfluorierten Tensiden, kurz PFT. Der Stoff steht im Verdacht Krebs zu verursachen. Die Konzentration von PFT in den Alberty-Seen liegt mit 0,2 Mikrogramm pro Liter zwar unter dem Richtwert von Trinkwasser (0,3 Mikrogramm pro Liter). Trotzdem wurden bereits vorsorglich Untersuchungen an Fischen wegen der Nutzung als Angelgewässers veranlasst, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung. „Wie hoch die Belastung beim Baden ist, können wir nicht abschätzen“, sagt Wieland.

Besitzverhältnisse nicht einfach

Mit einer Wassertiefe von rund 15 Metern und teilweise nicht gesicherten Uferböschungen bestehe zudem ein erhebliches Sicherheitsrisiko in und um die Seen. Zudem sei das Areal als Ausgleichsfläche für das ICE-Werk in Nippes gedacht und die Besitzverhältnisse seien nicht einfach. So gehören Teile des Areals der Stadt, andere der Deutschen Bahn oder Privatbesitzern. Für die CDU-Fraktion waren damit alle Fragen geklärt, Fraktionschef Werner Marx sagte: „Damit ist klar, das die Seen nicht genutzt werden können.“

Auch für den BUND kommen die Alberty-Seen nicht als Freizeitgebiet in Betracht. Holger Sticht, Sprecher der Kölner Gruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland erklärt: „Das Gebiet Kiesgrubensee Gremberghoven zählt zu den wertvollsten Naturschutzgebieten Kölns nach Wahner Heide und Königsforst.“ Dennoch will die SPD bei der April-Sitzung erneut über Möglichkeit für ein Naherholungsgebiet Alberty-Seen...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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