Albig gibt sich trotz Umfragevorsprungs der CDU vor Landtagswahl optimistisch

Albig (r.) und CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat sich Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) zuversichtlich gezeigt, dass die SPD bei der Wahl trotz der derzeit besseren Umfragewerte für die CDU stärkste Kraft wird. "Wir werden vor der Union liegen", sagte Albig am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Er bekräftigte, seine Koalition mit den Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) fortsetzen zu wollen.

Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Daniel Günther hatte sich in den jüngsten Umfragen vor die in Kiel regierende SPD geschoben. In dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer extra" kam die CDU auf 32 Prozent, die SPD lag bei 30 Prozent.

Die ARD-Vorwahlumfrage von Infratest dimap sah die CDU bei 32 Prozent und die SPD bei 31 Prozent. Die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und SSW hätte beiden Umfragen zufolge im neuen Kieler Landesparlament keine Mehrheit mehr.

CDU-Spitzenkandidat Günther gab sich angesichts der Umfragewerte zuversichtlich. "Wir haben alle Chancen", sagte er am Freitag im "Morgenmagazin". Die CDU habe auch eine Machtperspektive etwa gemeinsam mit FDP und Grünen oder in einer großen Koalition.

FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", er rechne bei der Wahl in Schleswig-Holstein und auch beim Urnengang in Nordrhein-Westfalen eine Woche später jeweils mit einem zweistelligen Ergebnis für die Liberalen. "Ich erwarte ein starkes Signal für die Bundestagswahl im Herbst", sagte der FDP-Bundesvize. In den beiden aktuellen Umfragen zu Schleswig-Holstein lag die FDP bei 8,5 bis neun Prozent.

Dem Sender Phönix sagte Kubicki am Freitag außerdem, er halte eine Abwahl der SPD und einen Regierungswechsel in Kiel hin zu einer sogenannten Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen für die wahrscheinlichste Konstellation. "Die Sozialdemokraten werden nicht stark genug werden, um mit uns gemeinsam eine Regierung zu bilden", sagte Kubicki weiter zu einem möglichen SPD/FDP-Bündnis.

In Schleswig-Holstein wird am 7. Mai ein neuer Landtag gewählt. Am 14. Mai steht die Wahl im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen an. Die Abstimmungen gelten dabei auch als wichtige Stimmungstests für die Bundestagswahl im September.

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