Albtraum-Szenario: Welche Folgen ein No-Deal-Brexit für Deutschland hätte

Marc Steinau
Brexit

Im vergangenen Jahr exportierte Deutschland Waren im Wert von 86,1 Milliarden Euro nach Großbritannien. Damit lag das Vereinigte Königreich auf Platz fünf der deutschen Handelspartner. Mit 27,2 Milliarden Euro fiel laut Statistischem Bundesamt knapp ein Drittel davon allein auf die Autoindustrie, 9,1 Milliarden auf den Maschinenbau.

Beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ist man deshalb besorgt über den Ausgang der Brexit-Verhandlungen: „Großbritannien ist der viertgrößte Exportmarkt der deutschen Maschinenbau-Industrie, aber in den ersten acht Monaten dieses Jahres gingen die Ausfuhren bereits um sechs Prozent zurück“, sagt Holger Kunze, Geschäftsführer des Brüsseler VDMA-Europabüros, im Gespräch mit Business Insider. Unsicherheit und eine geringere Investitionsbereitschaft auf dem britischen Markt nehme man bereits vor dem EU-Austritt wahr.

Im Falle eines harten Brexit ohne Folgeabkommen könnte auch für die Automobilindustrie das Geschäft auf der Insel nicht mehr so lukrativ sein. „Allein im Automobilsektor drohen bei der Ausfuhr von Kraftfahrzeugen 2,35 Milliarden Euro zusätzliche Zollkosten“, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Martin Wansleben, der „Welt“.

BDI und Theresa May uneinig

Diese Entwicklungen dürfte auch am heutigen Montag für Gesprächsstoff in der Downing Street 10 in London gesorgt haben. Dort waren Vertreter europäischer Industrieverbände bei May zu Gast, darunter auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Offiziell ging es darum, sich über „die gemeinsamen Chancen für die Industrie“, die sich durch die Vorbereitung des Brexit eröffnen, zu unterhalten. Eine äußerst euphemistische Wortwahl, ist doch seit langem klar, dass es darum geht, lediglich den Schaden möglichst kleinzuhalten — und zwar für beide Seiten.

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