Algen-Angriff von Impfgegnern auf Abgeordneten löst Empörung in Frankreich aus

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Impfgegner vor dem Haus des attackierten Abgeordneten (AFP/Jean-Christophe LESPAGNOL) (Jean-Christophe LESPAGNOL)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einen Angriff von Impfgegnern auf einen Abgeordneten im Übersee-Gebiet Saint-Pierre-et-Miquelon als "nicht hinnehmbar" verurteilt. "Es gibt eine Zunahme der Gewalt (gegen Abgeordnete)", kritisierte Macron bei einem Besuch in Nizza am Montag. Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung hatten am Sonntag den Abgeordneten Stéphane Claireaux vor dessen Haus mit Algen und Steinen beworfen.

Mehrere Politiker hatten den Angriff auf den Abgeordneten der Regierungspartei LREM scharf kritisiert. "Ein Abgeordneter der Republik wurde vor dem Haus seiner Familie gelyncht", schrieb der Minister für Überseegebiete, Sébastien Lecornu, auf Twitter. Er wies den Präfekten des Überseegebiets vor der Ostküste Kanadas an, für die Sicherheit des Abgeordneten zu sorgen.

Claireaux, der die Attacke mit einer "Steinigung" verglich, kündigte am Montag juristische Schritte an. Meeres-Ministerin Annick Girardin veröffentlichte auf Twitter ein Video von dem Angriff, auf dem zu sehen ist, wie der Mann von Demonstranten beworfen wird. "Schockierende Bilder", kommentierte sie.

Nach Angaben des LREM-Fraktionsvorsitzenden Christophe Castaner gab es im vergangenen Jahr 322 Bedrohungen von Abgeordneten, davon zwei Drittel gegen Vertreter seiner eigenen Partei.

Am Samstag hatte es in Frankreich erstmals wieder größere Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung gegeben. Insgesamt waren mehr als 100.000 Menschen auf die Straße gegangen, etwa vier Mal so viele wie bei der vorigen Demonstration Mitte Dezember. Gründe dafür waren vermutlich unter anderem die bevorstehende Verabschiedung des Gesetzes zum Impfpass als auch die Bemerkung Macrons in der vergangenen Woche, er wolle Ungeimpften "so richtig auf die Nerven gehen".

kol/cp

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