Algeriens Präsident Tebboune mit Coronavirus infiziert

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Algeriens Präsident Tebboune
Algeriens Präsident Tebboune

Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Der 74-Jährige, der seit einer Woche in Deutschland behandelt wird, spreche gut auf die Therapie an, teilte das Präsidialamt am Dienstag mit. Sein Gesundheitszustand verbessere sich allmählich. 

Tebboune, der als starker Raucher gilt, war am vergangenen Mittwoch nach einem Corona-Verdacht bei mehreren seiner Mitarbeiter für eine medizinische Behandlung nach Köln geflogen worden.

Der Gesundheitszustand des Präsidenten könnte Experten zufolge seine Position in dem von monatelangen Protesten gespaltenen Land weiter schwächen. Am Montag hatte die Wahlkommission nach einem Referendum die Bestätigung einer umstrittenen Verfassungsreform erklärt. Allerdings beteiligte sich nicht einmal jeder vierte Wahlberechtigte an der Abstimmung.

Die Regierung hofft, durch die Verfassungsreform die Protestbewegung im Land zu befrieden. Die Demonstrationen hatten im April vergangenen Jahres zum Sturz des langjährigen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika geführt. Im Dezember wurde Tebboune zum neuen Staatschef gewählt - er gilt jedoch als enger Vertrauter Bouteflikas. 

Viele Algerier werfen der Regierung des wirtschaftlich kriselnden nordafrikanischen Landes Inkompetenz und Korruption vor. Sie fordern weitreichende politische Reformen. 

gap/bfi