Allianz pro Schiene: Fachkräftemangel in der Bahnbranche spitzt sich zu

Bahnbeschäftigter neben Zug in München

Das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene hat vor einem sich zuspitzenden Fachkräftemangel in der Bahnbranche gewarnt. Zwischen 2015 und 2017 sei die Zahl der Beschäftigten im Sektor zwar um knapp zwei Prozent auf knapp 245.500 gestiegen. "Dieser Stellenzuwachs reicht aber bei weitem nicht, um den enorm steigenden Bedarf zu decken", sagte Dirk Flege, Geschäftsführer des Bündnisses, am Donnerstag.

Engpässe auf dem Arbeitsmarkt gelten als einer der Hauptgründe für Zugausfälle und Verspätungen auf deutschen Schienen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen schätzt, dass bis 2030 allein im Fahrdienst 85.000 Stellen neu besetzt werden müssen. Die Deutsche Bahn kündigte im Januar an, im laufenden Jahr 22.000 neue Mitarbeiter einstellen zu wollen.

Der Frauenanteil unter den Bahnbeschäftigten ist derweil immer noch niedrig. Gemäß einer Untersuchung von europäischen Bahngewerkschaften sind nur 2,7 Prozent der Lokführer weiblich. "Frauenförderung war schon immer wichtig, gewinnt aber angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels für die Unternehmen weiter an Bedeutung", sagte Flege dazu.

Aus seiner Sicht wird der Schienensektor bei der steuerfinanzierten Aus- und Weiterbildungsförderung benachteiligt. Im Bundeshaushalt 2019 seien zwar 125 Millionen Euro für den Straßengüterverkehr und 2,5 Millionen Euro für die Binnenschifffahrt vorgesehen. Die Schiene gehe in diesem Bereich jedoch leer aus.