Alltag nach einer Entbindung: Dieser Spot war für die Oscars zu drastisch

Die Oscarverleihung steht für Glanz und Glamour. Die US-Firma Frida Mom wollte dem im Werbeblock einen unverblümten Blick auf die Realität nach einer Geburt entgegensetzen und kassierte prompt eine Absage.

Zu explizit für die Oscarnacht: Frida Mom zeigt eine Frau kurz nach der Entbindung (Screenshot: Youtube/Frida Mom)

Frida Mom, die Pflegeprodukte für die Zeit unmittelbar nach der Entbindung herstellen, zeigen in ihrem Spot eine junge Mutter in eben diesem Zustand, noch mit sichtbar gewölbtem Bauch, die nachts unter Schmerzen ihre Wöchnerinnenvorlage austauscht.

Obwohl allzu explizite Details dann doch ausgespart werden, lehnte der Sender ABC den Clip als “zu grafisch” ab und verwies auf die Bedingungen für Werbung in der Oscarnacht, in denen neben anzüglichen und religiösen Inhalten und der Darstellung von Waffen ausdrücklich auch “weibliche Hygieneprodukte” und Erwachsenenwindeln ausgeschlossen werden.

Frida veröffentlichte den Spot daraufhin auf Youtube, versehen mit einem Vorspann, in dem die Gleichsetzung seines Themas mit den anderen unerwünschten Darstellungen als Stigmatisierung des weiblichen Körpers kritisiert wird.

“Es ist nur eine rohe und ehrliche, von Emotionen angetrieben Kurzgeschichte, die Frauen zeigt, was sie erwartet”, teilt Frida CEO Chelsea Hirschhorn dazu mit. “Wissen schafft Zuversicht... und daraus, nicht zu wissen, was einen erwartet, erwächst eine tiefe Angst.”

Sie erklärt dabei, es nicht auf eine Absage angelegt zu haben - sie habe tatsächlich gehofft, den Spot platzieren zu können. Die Entscheidung des Senders habe sie “wirklich schockiert, wenn man bedenkt, welche kulturellen Fortschritte wir ansonsten gemacht haben.”