Alltagsfrage: Warum bekommt man eigentlich eine Gänsehaut?

Schon ein kühler Windhauch genügt, damit uns die Haare zu Berge stehen. (Symbolbild: Getty Images)

Egal ob uns kalt ist, wir Angst haben oder von etwas sehr gerührt sind: Oft stellen sich ganz automatisch die Härchen auf unserer Haut auf. Doch wieso bekommen wir in bestimmten Situationen überhaupt eine Gänsehaut?

Grundsätzlich kann man die Gänsehaut als Überbleibsel der Evolution bezeichnen. Einer der Hauptgründe für das Aufstellen der Haare ist nämlich der Schutz vor Kälte. Wir Menschen waren ursprünglich deutlich stärker behaart als heute. Wurde es kalt, haben die aufgestellten Haare eine Art isolierendes Luftpolster auf der Haut unserer Vorfahren erschaffen: Zwischen den Haaren konnte mehr Luft eingeschlossen werden, die sie dann warmhielt.

Heute funktioniert dieser Mechanismus aufgrund unserer verhältnismäßig leichten Behaarung kaum noch, dennoch ziehen sich die kleinen Muskeln an unseren Haaren immer noch automatisch zusammen, wenn uns kalt wird.

Uralter Reflex

Doch es gibt noch ganz andere Situationen, in denen uns im wahrsten Sinne des Wortes die Haare zu Berge stehen. Sei es ein gruseliger Film oder ein kurzer Schreckmoment im Alltag: Auch wenn wir Angst haben, bekommen wir Gänsehaut. Wieso das passiert, ist nicht mit kompletter Sicherheit geklärt, doch eine verbreitete Annahme sieht die Ursache auch evolutionär bedingt.

Die Vermutung ist, dass wir unsere Haare in Situationen, die wir als bedrohlich erachten, automatisch aufstellen, um uns größer zu machen. Dieses Phänomen kennt man von Katzen und allerhand anderen Tieren: Fühlen die sich bedroht, stellen sie ihr Fell auf und machen sich so groß wie möglich, um ihre Feinde einzuschüchtern und zu vertreiben. Auch das funktioniert aufgrund der nahezu verschwundenen Körperbehaarung jedoch nicht mehr bei uns Menschen.

Mysteriöses Phänomen

Im Dunkeln tappen die Forscher jedoch bei Gänsehaut, die durch emotionale Rührung ausgelöst wird. Songs, Filmszenen oder Begegnungen mit anderen Menschen können bei uns einen “Gänsehaut-Moment” auslösen, wenn sie uns sehr bewegen. Wie diese starken Gefühle unser Nervensystem beeinflussen und wieso sie uns förmlich unter die Haut gehen, ist daher bis heute ein Mysterium.

Auch diese Alltagsfragen konnten wir bereits für Sie klären: