Alltagsfrage: Warum wird man bei Scham rot im Gesicht?

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Wird das Gesicht rot, möchten viele am liebsten im Erdboden versinken. (Symbolbild: Getty Images)

Sich in einer peinlichen Situation nichts anmerken zu lassen ist gar nicht so einfach, denn die Schamesröte im Gesicht verkündet klar und deutlich, was wir empfinden.

Einige Menschen werden schon beim kleinsten Fauxpas rot, andere hingegen überhaupt nicht. Weshalb unangenehme Momente den Kopf überhaupt erröten lassen, ist noch nicht hinreichend geklärt.

Rotes Gesicht: Feine Äderchen weiten sich

Das Gesicht wird nicht nur bei Anstrengung, Alkoholkonsum oder Temperaturunterschieden rot, sondern auch in unangenehmen Momenten. Wie die “Rheinische Post” schreibt, sind feine Adern in der Haut für die Röte verantwortlich: Sie transportieren vermehrt Blut, indem sie sich weiten.

Erröten lässt sich nicht kontrollieren

Bei Menschen mit sehr heller Haut ist die Reaktion besonders deutlich zu erkennen. Kontrollieren lässt sich das Erröten nicht – wann und wie oft Menschen erröten, ist individuell verschieden. Das vegetative Nervensystem ist für die Schamesröte in sozialen Situationen verantwortlich: In Stresssituationen sorgt der Sympathikus-Nerv dafür, dass sich die Blutgefäße weiten. Zusätzlich kann es zu einem schnelleren Herzschlag und feuchten Händen kommen.

Schamesröte könnte soziale Funktion haben

Weshalb der Kopf in peinlichen Momenten zu glühen beginnt, beschäftigt viele Forscher. Die Ursache ist weitgehend unklar. Dr. Samia Härtling forscht an der Technischen Universität Dresden zu dem Thema. Sie entwickelt Therapieansätze für Menschen, die unter Errötungsangst leiden. Gegenüber dem SWR2 führt die Psychologin einen Erklärungsansatz auf: Der körperlichen Reaktion werde häufig eine entschuldigende Funktion zugeschrieben, so schätzten Studien zufolge Menschen errötende Personen als sympathischer ein.

Bei Menschen, die ihr Erröten ab und zu als lästig empfinden, können Atem- oder Entspannungsübungen helfen. Der rote Kopf lässt sich so zwar nicht verhindern, aber die innere Anspannung kann reguliert werden. Ist die Angst vorm Erröten so groß, dass Menschen sich im Alltag eingeschränkt fühlen, weil sie bestimmte Begegnungen meiden, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.


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