Alltagsfrage: Woher stammt eigentlich der Begriff Geldwäsche?

Lukrativ und illegal: Geldwäsche (Bild: Getty Images)

Paragraph 261 des Strafgesetzbuches verbietet Geldwäsche unter Androhung von bis zu zehn Jahren Gefängnis. Doch woher kommt dieser sprechende Begriff, der die “Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte” (StGB) beschreibt?

Geld, dass durch Drogen- oder illegalen Waffenhandel, Erpressung oder Steuerhinterziehung erbeutet wird, kann nicht ohne weiteres zum Kauf eines Hauses oder Autos verwendet werden, da es “schmutzig” ist: Folgt man der Spur des Geldes, wird dessen Quelle offengelegt, was unangenehme Konsequenzen für den Kriminellen nach sich zieht.

Deshalb muss das Geld “gewaschen” werden: Durch Einschleusung des illegal erwirtschafteten Vermögens in den legalen Wirtschaftskreislauf wird das Geld “sauber” und kann bedenkenlos ausgegeben werden. Man könnte daher vermuten, dass der Begriff “Geldwäsche” sich entwickelt hat, um den Vorgang zu verbildlichen. Tatsächlich aber haben wir den Begriff einem legendären Gangsterboss zu verdanken.

Saubere Wäsche durch Gauner-Geld

Ein Name wird wohl auf ewig mit der modernen, organisierten Kriminalität verbunden sein: Der Mafioso Al Capone beherrschte die amerikanische Unterwelt in den 1920er und 30er Jahren. Er war es auch, der in den späten 1920ern den Begriff “Money laundering” (deutsch: “Geldwäscherei”) prägte: Um die Herkunft seines Vermögens zu verschleiern, dass er vornehmlich durch Glücksspielgeschäfte, Zuhälterei und Schutzgelderpressungen ergaunerte, investierte Capone in Waschsalons. Bald darauf hielt die Bezeichnung für die Herkunftsverschleierung von illegalen Vermögenswerten auch im deutschen Sprachgebrauch Einzug, sodass “Geldwäsche” heute sogar in Gesetzestexten vorkommt.

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