Alltagsfrage: Wozu ist der Knopf unter dem Ampelkasten da?

Der versteckte Knopf an der Ampel gibt Rätsel auf. (Bild: ddp Images)

Er ist Ihnen vielleicht auch schon aufgefallen: Der Knopf an der Unterseite von Ampelkästen. Wird es mit ihm schneller grün? Das steckt wirklich hinter dem geheimnisvollen Schalter.

Immer wieder ist es zu beobachten: Passanten drücken an einer Fußgängerampel nicht nur auf den regulären Knopf, sondern greifen zusätzlich unter den Kasten. Dort befindet sich tatsächlich ein versteckter Knopf. Gerüchten zufolge sorgt er dafür, dass die Ampel schneller auf grün springt. Aber stimmt das wirklich?

Nein, der Schalter unter Ampelkästen hat eine viel wichtigere Funktion. Er hilft Sehbehinderten und Blinden. Bei modernen Anlagen ist der Knopf am sogenannten Anforderungskasten mit einem akustischen Signal verbunden. Hält ihn ein Passant gedrückt, ertönt bei der nächsten Grünphase ein schneller Piepton, wie der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein erklärt.

Knopf an Ampelkästen hilft Blinden

Bei älteren Anlagen müssen Betroffene ohne akustisches Grünzeichen auskommen. Sie drücken an den gelben Kästen die kreisförmige Vertiefung mit dem Blindenzeichen. Dann wird die Handfläche an die Unterseite des Kastens gehalten. Vibriert er, ist die Ampel grün.

Der Schalter an modernen Ampelkästen ist mit einem Pfeil versehen. Der zeigt, in welche Richtung die Straße zu überqueren ist. Ist der Pfeil glatt, muss erst wieder an der gegenüberliegenden Seite mit einem Hindernis gerechnet werden. Halbkugel oder Querbalken am Pfeil weisen auf eine Verkehrsinsel hin. Eine Querkerbe warnt Blinde vor Gleisen oder Busspuren auf der Straße.

Passanten ohne Sehbehinderung können sich den Griff unter den Ampelkasten getrost sparen. Denn der Knopf sorgt keineswegs dafür, dass die nächste Grünphase für Fußgänger schneller kommt.

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