Als damals heute war - ein Blick in die Geschichte: Das geschah am 12. Januar

Die SPD-Reichstagsfraktion schließt Karl Liebknecht aus, der Spartakusaufstand wird niedergeschlagen und US-Truppen greifen erstmals direkt in den Vietnamkrieg ein – das geschah am 12. Januar:

1912: Die SPD geht mit etwa 4,25 Millionen Stimmen (34,8%) als stärkste Kraft aus der Reichstagswahl hervor und erlangt 110 Mandate. Den Sozialdemokraten und den anderen linken Kräften im Reichstag gelingt es in der Folge jedoch nicht, die schwache Position des Parlaments zu stärken. Letztlich trägt auch die SPD bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs die Kriegspolitik des Kaisers mit.

Karl Liebknecht um 1912 (Bild: Wikimedia/Public domain)

1916: Nachdem er am Vortag mit Anfragen unter anderem zum Genozid an den Armeniern durch die osmanischen Verbündeten Deutschlands im Reichstag für Aufruhr gesorgt hatte, wird der Kriegsgegner Karl Liebknecht aus der SPD-Fraktion ausgeschlossen. Zu den Wortführern für den Ausschluss zählt Gustav Noske, der Liebknecht Missbrauch seiner parlamentarischen Befugnisse vorwirft.

Regierungssoldaten nach der Eroberung des zuvor von Spartakisten besetzten Verlagsgebäudes der SPD-Zeitung “Vorwärts” (Bild: Wikimedia/Public domain)

1919: Auf Befehl des Militärbeauftragten der provisorischen Reichsregierung, Gustav Noske (MSPD), schlagen Regierungstruppen und Freikorps-Verbände den Januaraufstand (auch bekannt als Spartakusaufstand) der USPD und KPD in Berlin nieder. Die noch mit Kriegsgerät aus dem Weltkrieg bewaffneten Soldaten töten über 100 Aufständische und eine Reihe von unbeteiligte Zivilisten.

1962: US-amerikanische Transporthubschrauber setzen in der “Operation Chopper” 1000 südvietnamesische Luftlandesoldaten zu einem Überraschungsangriff auf einen Vietcong-Stützpunkt in der Nähe von Saigon ab. Es ist das erste Mal, dass sich die US-Streitkräfte direkt an einem Kampfeinsatz im Vietnamkrieg beteiligen.

Südvietnamische Soldaten in einem US-Transporthubschrauber im Februar 1962 (Bild: AP Photo)

1990: Anhänger der nationalistischen Volksfront Aserbaidschans beginnen in Baku ein Pogrom gegen die armenische Bevölkerung der Stadt, bei dem etwa 90 Menschen getötet werden. Da die aserbaidschanischen Behörden untätig bleiben, kann das Pogrom erst nach neun Tagen durch sowjetische Truppen beendet werden.