Als damals heute war - ein Blick in die Geschichte: Das geschah am 13. Januar

Émile Zola schaltet sich in die Dreyfus-Affäre ein, vor dem Reichstag kommt es zur blutigsten Demonstration der deutschen Geschichte und die Grünen werden gegründet – das geschah am 13. Januar:

1898: Der französische Schriftsteller Émile Zola prangert in seinem an Präsident Félix Faure adressierten offenen Brief “J’accuse…!” den in Militär und Politik verbreiteten Antisemitismus an, der zur ungerechtfertigten Verurteilung des jüdischen Offiziers Alfred Dreyfus wegen Spionage geführt hatte. Die “Dreyfus-Affäre” gerät zum zentralen Konflikt zwischen den liberal-säkularen und konservativ-klerikalen Kräften der französischen Gesellschaft. Zola sieht sich nach der Veröffentlichung massiven Anfeindungen ausgesetzt und wird wegen Verleumdung angeklagt, letztlich führen der Brief und Zolas Prozess jedoch zu Dreyfus’ Rehabilitation.

Zolas offener Brief “J’accuse…!” auf der Titelseite der Zeitung “L’Aurore” (Bild: Wikimedia/Public domain)

1920: Nach einem Aufruf von USPD und KPD versammeln sich etwa 100.000 Demonstranten vor dem Reichstag, um gegen die Verabschiedung des umstrittenen Betriebsrätegesetzes zu protestieren. Die Demonstration ist weitgehend friedlich, vereinzelt kommt es jedoch zu Ausschreitungen von teilweise bewaffneten Demonstranten. Unter bis heute nicht restlos geklärten Umständen eröffnet die Sicherheitspolizei das Feuer auf die Demonstration. Nach unterschiedlichen Angaben kommen 20 bis 42 Menschen ums Leben, etwa 100 werden verletzt. Das “Blutbad vor dem Reichstag” ist damit die opferreichste Demonstration der deutschen Geschichte.

1963: Bei einem Militärputsch wird der erste Staatspräsident des unabhängigen Togo, Sylvanus Olympio, ermordet. Treibende Kraft des Staatsstreichs sind unzufriedene Ex-Soldaten der früheren Kolonialmacht Frankreich: Da Olympio ein starkes Militär für unnötig hielt, wurde vielen togolesischen Veteranen der französischen Armee die erhoffte Anstellung bei den neuen Streitkräften verwehrt. Die Putschisten um den früheren Sergeanten Gnassingbé Eyadéma setzen Nicolas Grunitzky als Präsidenten ein. Das internationale Entsetzen über den ersten Putsch im dekolonialisierten Westafrika ist groß, dennoch unterstützt Frankreich die neuen Machthaber beim Ausbau ihrer Armee.

Eyadéma (2. von rechts) und andere Anführer des Putsches im Januar 1963 (Bild: AFP)

1967: Gnassingbé Eyadéma putscht im Togo erneut und treibt den zuvor von ihm eingesetzten Präsidenten Grunitzky ins Exil. Dieses Mal übernimmt Eyadéma gleich selbst die Amtsgeschäfte und ernennt sich im April zum Präsidenten. Eyadéma regiert das Land diktatorisch bis zu seinem Tod im Jahr 2005, der französische Präsident Jacques Chirac würdigt den Verstorbenen daraufhin als “Freund Frankreichs und persönlichen Freund”.

Der Grünen-Vorstand auf dem Gründungsparteitag (Bild: AP Photo)

1980: Auf der Bundesversammlung in Karlsruhe wird nach einigen Vorläufern auf Landesebene die neue Partei Die Grünen gegründet. Die Gründung scheitert beinahe an einem Streit über das Verbot einer Doppelmitgliedschaft von Grünen-Mitgliedern in sozialistischen Gruppen. Die Grünen scheitern bei ihrer ersten Bundestagswahl im selben Jahr deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde, ziehen dann aber 1983 mit 5,6 Prozent erstmals ins Parlament ein.