Als damals heute war - ein Blick in die Geschichte: Das geschah am 18. Januar

Das Deutsche Reich wird gegründet, die Juden des Warschauer Ghettos leisten erstmals Widerstand gegen die SS und in Lübeck wird ein tödlicher Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim verübt – das geschah am 18. Januar:

1701: Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg krönt sich selbst zum König in Preußen. Friedrichs Abkommen mit dem Kaiser für dessen Anerkennung der Königswürde führt dazu, dass er sich an der Seite der Habsburger am Spanischen Erbfolgekrieg beteiligen muss. Laut seinem Enkel Friedrich II. kommen dabei 30.000 preußische Soldaten ums Leben.

“Die Proklamierung des Deutschen Kaiserreiches” von Anton von Werner (Bild: Bismarck-Museum/Public domain)
“Die Proklamierung des Deutschen Kaiserreiches” von Anton von Werner (Bild: Bismarck-Museum/Public domain)

1871: Nach dem Sieg Deutschlands im Deutsch-Französischen Krieg und genau 170 Jahre nach der Krönung Friedrichs I. wird der preußische König Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles zum Kaiser proklamiert und damit das Deutsche Reich gegründet. Wilhelm nimmt den Titel eher widerwillig auf Druck Bismarcks an, da ihm die preußische Königswürde wichtiger ist und er fürchtet, diese könne überschattet werden.

1919: In Versailles wird die Pariser Friedenskonferenz zur Beendigung des Ersten Weltkriegs eröffnet. Der Termin wurde auf Betreiben der französischen Regierung bewusst auf den Jahrestag der deutschen Reichsgründung gelegt, nach Abschluss der Verhandlungen müssen die Vertreter Deutschlands in einer weiteren symbolträchtigen Geste die Versailler Verträge im Spiegelsaal unterzeichnen.

Eine Festnahmeaktion im Warschauer Ghetto (Bild: Library of Congress/Public domain)
Eine Festnahmeaktion im Warschauer Ghetto (Bild: Library of Congress/Public domain)

1943: Die SS marschiert nach mehreren vorausgehenden Deportationswellen mit etwa 1000 Mann in das Warschauer Ghetto ein, um dieses endgültig aufzulösen und die verbliebenen dort gefangen gehaltenen Juden in die Vernichtungslager zu bringen. Die jüdischen Kampforganisationen ŻOB und ŻZW leisten zum ersten Mal bewaffneten Widerstand. Die Partisanen erleiden schwerwiegende Verluste, können die Deutschen jedoch nach vier Tagen aus dem Ghetto vertreiben.

Löscharbeiten nach dem tödlichen Brandanschlag von Lübeck (Bild: AP Photo/Michael Probst)
Löscharbeiten nach dem tödlichen Brandanschlag von Lübeck (Bild: AP Photo/Michael Probst)

1996: Bei einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Lübeck werden zehn Bewohner getötet, davon sieben Kinder und Jugendliche. Die Polizei nimmt zunächst vier rechtsextreme Jugendliche mit frischen Brandspuren fest, lässt sie dann aber wegen eines Alibis frei, das sich später als wenig belastbar erweist. Angeklagt wird trotz dünner Beweislage ein Bewohner der Unterkunft, der nach Aussage eines Sanitäters die Brandstiftung gestanden haben soll. Der Verdächtige bestreitet dies und wird vor Gericht freigesprochen, nachdem sich die Zeugenaussage als unhaltbar erweist. Die Ermittlungen gegen die Rechtsextremen werden nicht wieder aufgenommen, der Brandanschlag nie aufgeklärt.

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