Am Grab von Putins Eltern: Aktivisten platzieren Protest-Brief

In der Bevölkerung Russlands wächst der Widerstand gegen den Ukraine-Krieg. Mitunter nimmt der Protest auch ungewöhnlich kreative Formen an.

Grabsteine können manchmal zweckentfremdet werden. (Symbolbild: Getty Images)
Grabsteine können manchmal zweckentfremdet werden. (Symbolbild: Getty Images)

Die Botschaft, die unbekannte Aktivisten auf dem Serafimowski-Friedhof in St. Petersburg hinterließen, ist eine schlichte Seite aus einem Schulkalender. Darauf steht auf russisch: "Liebe Eltern! Euer Sohn benimmt sich grässlich! Er schwänzt den Geschichtsunterricht, prügelt sich mit seinen Tischnachbarn, droht, die ganze Schule in die Luft zu jagen! Handeln Sie!"

Die fraglichen Eltern sind der verstorbene Vater und die verstorbene Mutter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs wird die Metapher des ungezogenen Schuljungen, der sich jeglicher Vernunft widersetzt, klar: Putin legt sich die Geschichte so zurecht, wie er sie braucht, greift einen Nachbarstaat an und lässt mehr oder weniger deutliche Andeutungen über den Einsatz von Atomwaffen bei einer akuten Bedrohung fallen.

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Ein Bild des Briefes auf dem Grab macht derzeit in diversen russischen Telegram-Gruppen die Runde, darunter etwa der “Partei der Toten“, einer Anti-Kriegs-Gruppe. Putins Eltern Wladimir und Maria starben in den Jahren 1999 und 1998. Den Aufstieg ihres Sohnes zum Kreml-Chef erlebten sie nicht mehr. Putin wurde erstmals im Jahr 2000 Präsident Russlands.

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