Integrationsgipfel: Amadeu Antonio Stiftung kritisiert Seehofers Absage

Lennart Pfahler
Horst Seehofer nimmt nicht am Integrationsgipfel der Kanzlerin Angela Merkel teil.

► Die renommierte Amadeu Antonio Stiftung, die sich gegen Rassismus und Antisemitismus einsetzt, kritisiert Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), weil er seine Teilnahme am Integrationsgipfel im Kanzleramt abgesagt hat.

Zum Hintergrund:

Seehofer hatte offenbar an der Teilnahme der Journalistin Ferda Ataman Anstoß genommen. Sie hatte im Stiftungsmagazin der Amadeu Antonio Stiftung den Namenszusatz “Heimatministerium” unter Seehofer kritisiert.

Ataman ist auch Sprecherin der Neuen Deutschen Organisationen, einem Netzwerk von Initiativen von Menschen aus Einwandererfamilien.

► Amadeu-Antonio-Sprecher Robert Lüdecke sagte der HuffPost: “Die Absage von Herrn Seehofer ist für uns ein bedauerliches Signal, weil wir uns eine konstruktive, fruchtbare Debatte über Integration und den Heimatbegriff wünschen.”

► “Die Begründung überrascht uns doppelt”, sagte Lüdecke. Denn in einem Beitrag in der “FAZ“ habe Horst Seehofer kürzlich selbst zu einem Heimatbegriff unter dem Motto der Vielfalt aufgerufen.

“Nichts anderes tut auch der Artikel von Frau Ataman. Wir hätten uns da den Austausch gewünscht und nicht die Absage. Das ist schwach.”

► Darum geht es der Stiftung aber gar nicht. Es scheine, als wolle der Bundesinnenminister sich der Debatte lieber entziehen, kritisierte der Sprecher mit Blick auf den aktuellen Disput um Seehofers umstrittenen Masterplan für Migration.

Darum ist die Absage wichtig:

Politiker anderer Parteien haben Seehofer scharf für dessen Nicht-Teilnahme kritisiert.

Grünen-Chef Robert Habeck schrieb bei Twitter: “Das ist ein Affront für alle Ehrenamtler, Kommunalpolitiker, Lehrerinnen und Lehrer, alle, die dieser Bundesregierung den Allerwertesten retten, indem sie täglich an der Integration arbeiten!”

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