Amazon bietet Mitarbeitern "Wellness-Kammern" und erntet Spott

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Arbeit in Warenlagern kann ganz schön stressig sein. Amazon will etwas dagegen tun und plant, für die Mitarbeiter Wellness-Kabinen in den Hallen aufzustellen. Das sorgte für viel Spott.

The logo of Amazon is seen at the company logistics center in Lauwin-Planque, northern France, March 19, 2020. Several hundred employees protested in France, calling on the U.S. e-commerce giant to halt operations or make it easier for employees to stay away during the coronavirus (COVID-19) epidemic. REUTERS/Pascal Rossignol
Das Logo von Amazon an einem Logistik-Center in Frankreich. (Bild: REUTERS/Pascal Rossignol)

Das ging nach hinten los: Amazon teilte auf Twitter ein Video, in dem die neuen, sogenannten AmaZen-Kammern vorgestellt wurden. Die sollen den Mitarbeitern eine Pause von der stressigen Lagerarbeit verschaffen.

"Ich wollte einen Platz zur Verfügung stellen, der ruhig ist, wo die Leute hingehen können und sich auf ihr geistiges und emotionales Wohlbefinden konzentrieren können", erklärt Leila Brown, Angestellte bei Amazon und Erfinderin von AmaZen, in dem Video.

Im Anschluss wird die Kabine in dem Beitrag als ein "Interaktiver Kiosk" bezeichnet. In dem winzigen, grau ausgekleideten Kämmerchen befinden sich ein Sitzplatz und ein Computerbildschirm auf dem sich Nutzer per Mausklick durch verschiedene Übungen für psychische Gesundheit und Achtsamkeit klicken können. "Das soll die innere Batterie wieder aufladen", fügt Leila Brown am Ende des Video-Beitrags noch lächelnd hinzu.

Amazon hat das Video wieder gelöscht

Inzwischen hat Amazon das über den offiziellen Twitter-Account Amazon-News gepostete Video wieder gelöscht. Grund: Auf dem Social-Media-Kanal prasselte eine Flut an Spott auf das Unternehmen wieder. Die Nutzer bezeichneten die AmaZen-Kabinen unter anderem als "Selbstmord-Kammern", "sarggroße Kabinen" und verglichen sie mit mobilen Toilettenhäuschen.

Verschwunden ist das Video jedoch trotzdem nicht aus dem Netz, einige Nutzer luden es auf anderen Konten hoch.

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Neues WorkingWell-Programm

Die AmaZen Kabinen sind Teil eines WorkingWell-Programms, das Amazon am 17. Mai ankündigte, wie der Nachrichtensender BBC berichtet. Demnach soll das Programm den Mitarbeitern körperliche und geistige Aktivitäten, Wellness-Übungen und Unterstützung bei einer gesunden Ernährung bieten.

In der Beschreibung der AmaZen-Kabinen heiße es: "Während der Schichten können die Mitarbeiter AmaZen-Stationen besuchen und kurze Videos mit leicht verständlichen Wellness-Aktivitäten ansehen, darunter geführte Meditationen, positive Affirmationen, beruhigende Szenen mit Klängen."

Angeblich schlechte Arbeitsbedingungen: Darum trendet #AmazonBoycott gerade

In der Vergangenheit war der Versandhausriese oft wegen schlechter Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten. Immer wieder streiken weltweit Amazon-Angestellte.

In Deutschland wurden die Amazon-Versandzentren FRA1 und FRA3 in Bad Hersfeld Anfang Mai bestreikt. Grund: Die Gewerkschaft ver.di fordert Tarifverträge und Regelungen zum Schutz der Gesundheit. Amazon hielt dagegen: "Tatsächlich bietet Amazon bereits, was sie fordern: exzellente Löhne, exzellente Zusatzleistungen und exzellente Karrierechancen – und das alles in einer sicheren, modernen Arbeitsumgebung."

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