Amazon gibt lebensnotwendigen Produkten Vorrang

Vorfahrt für Haushaltsgüter und Sanitätsprodukte: Amazon stellt sich angesichts der massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die geänderten Anforderungen an den US-Internetkonzern ein.

Amazon pri­o­ri­sie­rt lebensnotwendige Produkte wie Klopapier (Bild: AFP)

"Wir stellen eine Zunahme des Online-Shoppings fest und daraus resultierend sind einige Produkte wie Haushaltsgüter und medizinische Versorgungsgüter nicht mehr auf Lager", teilte der Online-Handelsriese am Dienstag mit. Deshalb würden diese Produkte und weitere besonders nachgefragte Artikel derzeit bei der Aufstockung mit höherer Priorität behandelt, sodass sie wieder schneller verfügbar seien und schneller an die Kunden ausgeliefert werden könnten.

Die Logistikzentren stehen unter enormen Druck

Experten verweisen auf die enormen Herausforderungen für Amazon, der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Es gebe "enormen Druck" auf den Internetkonzern, den Erwartungen der Kunden gerecht zu werden", betonte Analyst Bob O'Donnell von Technalysis Research. "Ob berechtigt oder nicht, die Leute erwarten, dass Amazon immer noch einige Dinge da hat, etwa Toilettenpapier."

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Zugute kommen könnte Amazon hierbei, dass der Konzern in den vergangenen Jahren massiv in seine Infrastruktur mit Logistikzentren und Lieferstrukturen investiert hat - oft zum Verdruss von Investoren an der Wall Street, die eher an schnelleren Profiten interessiert waren.

Amazon - ein Held in der Not?

Nun könnten diese Investitionen sich insofern auszahlen, als dass Amazon sich als erste Adresse für Online-Bestellungen in Krisenzeiten etabliert und dadurch auch weitere Kunden gewinnt. Im Bestfall-Szenario könne Amazon "wie ein Held dastehen", kommentierte Analyst Patrick Moorhead von Moor Insights and Strategy.

Erst am Montag hatte der in Seattle im von der Corona-Pandemie besonders betroffenen US-Westküstenstaat Washington ansässige Konzern die Einstellung von 100.000 zusätzlichen Arbeitskräften auf den Weg gebracht und eine Anhebung der Stundenlöhne angekündigt.

Wegen der "erheblichen" Nachfragesteigerung gebe es einen für diese Jahreszeit "beispiellosen" Bedarf an Arbeitskräften, schrieb Amazon-Manager Dave Clark in einem Blogeintrag. Zugleich sei es "lebensnotwendig", angesichts der flächendeckenden Schließung von Geschäften Lieferungen zu den Kunden nach Hause zu bringen, vor allem für Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen.

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