Amazon-Überraschungsbox, Magic Bag und Beauty-Abo: Warum das Unboxing von Mystery-Boxen glücklich macht oder enttäuscht

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Kaufen, ohne zu wissen, was man kauft, liegt im Trend. Kunden kaufen Mystery Boxen und Magic Bags und sie schließen Beauty-Abos ab. Sie suchen die Spannung und wollen beim so genannten Unboxing überrascht werden. Doch das Phänomen birgt auch Risiken.

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Symbolbild: Getty Images

Mystery Box – schon davon gehört? Dahinter steckt ein Trend, der zunehmend das Verhältnis zwischen Produzent und Verbraucher, Verkäufer und Käufer prägt. Es handelt sich um ein Konsumverhalten, bei dem der Kunde ein Überraschungspaket kauft, ohne zu wissen, was es enthält. Das Konzept hat Vorläufer. Was wenn keine Mystery Box ist das "Kinder Überraschungsei"? Und bieten nicht auch Kinobetreiber schon seit Jahren Überraschungspakete an? Sie nennen das "Sneak Preview": Der Zuschauer erfährt erst im Kinosaal, welcher Film gezeigt wird. Dieser "blinde" Konsum hat also auch und längst in anderen Branchen Einzug gehalten. Zeit also, das Thema näher zu beleuchten. Was genau hat es damit auf sich? Was sind die Vorteile, was die Nachteile?

Was ist dran an einer Mystery Box?

Den Erfolg des Phänomens Mystery Box erklären auch die Gefühle, die mit dem Kauf eines Überraschungspakets einhergehen. Anders als bei einer klassischen Einkaufssituation weiß der Kunde nicht, worauf er sich mit einem Überraschungspaket eingelassen hat. Er ist neugierig auf den Inhalt der Box und will sich überraschen lassen. Die Spannung um den geheimnisvollen Inhalt steigt bis zum Öffnen des Pakets, dem Moment also, den man auch Unboxing nennt. Nun ist die Überraschung groß oder auch klein. Der Kunde ist glücklich über den Inhalt, er kann aber auch maßlos enttäuscht sein.

Wer bietet Überraschungspakete an?

Die positiven Gefühle, die Neugier, die Spannung, die Freude, überwiegen die negativen, die Enttäuschung. Auch das ist Teil des Faszinosums Mystery Box. Kein Wunder, dass immer mehr Unternehmen das Phänomen für sich entdecken. Überraschungspakete finden sich in Online-Shops ebenso wie in stationären Geschäften. Überraschungsboxen können beim Online-Kaufhaus Amazon erworben werden wie auch auf der Lebensmittelapp Too Good To Go, wo die Pakete übrigens Magic Bags heißen.

A man is surprised by what he finds in a box. See also:
Was erwartet den Kunden mit einer Mystery Box: Eine große Überraschung oder eine kleine Enttäuschung? (Symbolbild: Getty Images)

Auch die Kosmetikbranche setzt auf das Konzept. Hier werden Beauty-Boxen gerne im Abo angeboten. Das heißt, der Anbieter schickt dem Abonnenten regelmäßig, meist im Monatsturnus ein Überraschungspaket zu. Und sogar Bücher können "blind" gekauft werden. Eine entsprechende Aktion läuft derzeit bei der Buchhandelskette Hugendubel. Dabei kaufen die Leseratten in Geschenkpapier eingewickelte Bücher, ohne zu wissen, was sie sich zu lesen vorgenommen haben.

Was ist drin in einer Mystery Box?

Das Überraschungsmoment bei einer Mystery Box ist nicht unbegrenzt. In der Box kann sich so manches befinden, die thematische Breite ist aber beschränkt. Das Paket einer Buchhandlung wird sehr wahrscheinlich ein Buch enthalten und keine Schminktasche. 

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In der Beauty-Box wiederum wäre ein Burger fehl am Platz. Dass der Nutzer von Too Good To Go nicht mit einer Pizza überrascht wird, weiß er, weil er die Magic Bag in einem Thai-Restaurant bestellt hat. Selbstredend auch, welche Produktsorte sich in einer Mystery Electronic Box von Amazon befindet.

Riskantes Unboxing

Natürlich bergen Überraschungsboxen auch Risiken. Dazu gehört – wie schon erwähnt – die Enttäuschung, wenn der Inhalt des Pakets den Geschmack nicht trifft oder die Erwartungen nicht erfüllt. Sogar zu Empörung kann eine negative Erfahrung führen. Die Anbieter locken zwar mit dem Versprechen, der Inhalt sei mehr wert als der Preis, den die Kunden für die Pakete bezahlen.

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Das hätte auch besser laufen können. Käufer von Mystery-Boxen müssen auf Enttäuschungen gefasst sein. (Symbolbild: Getty Images)

Doch wer hatte bei einer Überraschungsbox nicht schon mal das Gefühl, dass der Händler sein Lager geplündert hat, um ungewollte, nicht verkaufte Reste zu verwerten. Beispiele gefällig? In diesem Text findest du welche: Sechs Lineale, drei Gel-Wärmekissen, ein Puzzle mit einer Europa-Karte, auf der Jugoslawien verzeichnet ist? Danke, Amazon, für die Riesenüberraschung.

Vorsicht besser als Nachsicht

Solche und andere Nachteile sind der Grund zur Vorsicht. Wer eine Mystery Box, eine Magic Bag, ein Beauty-Abo bestellt, muss mit allen Eventualitäten rechnen. Die Pakete können weniger oder minderwertigere Produkte enthalten, als der Anbieter mit seinen Verkaufsstrategien suggeriert hat. 

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Deshalb solltest du dich im Voraus über das Unternehmen und seine Produkte informieren, etwa indem du die Erfahrungsberichte und Bewertungen anderer Kunden liest.

Achtung auch vor unseriösen Anbietern. Die erkennst du mit einem Blick auf das Impressum. Anerkannte Händler haben immer eins, fehlen die Angaben zum Unternehmen, ist das ein schlechtes Zeichen. Das heißt: Lieber Finger weg, statt Finger verbrennen. Ein riskantes Terrain ist nicht zuletzt der Privathandel. Warum? Bis du von der Mystery Box eines Verkäufers etwa auf Ebay enttäuscht ist, kannst du das Paket weder zurückschicken noch umtauschen lassen.

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