Amerikanerin muss Stinkefinger-Weihnachtslichter vom Haus entfernen

Advent ist die Zeit der Grüße und Botschaften. Das dachte sich offenbar auch eine Amerikanerin, als sie eine sehr spezielle Lichterkette auf ihrem Dach anbrachte: einen großen Stinkefinger. Nach einem Besuch der Polizei nahm die vierfache Mutter den Weihnachtsschmuck ab – und droht jetzt, ihn durch ein noch fragwürdigeres Symbol zu ersetzen.

So sah der vorweihnachtliche Gruß von Sarah Henderson aus. Es muss sich viel Hass und Wut in Sarah Henderson angestaut haben im vergangenen Jahr. Die Frau macht keinen Hehl daraus, wie der leuchtende und blinkende Stinkefinger auf dem Dach ihres Hauses in Denham Springs, Louisiana, gemeint war: als beleidigende Geste an ihre Nachbarn. „Sie haben sich in Angelegenheiten eingemischt, die sie nichts angehen“, erklärte Henderson gegenüber dem lokalen US-TV-Sender „WBRZ“. „Sie haben bösartige Lügen in der Nachbarschaft verbreitet.“
    
Die Nachbarn riefen die Polizei. Ein Beamter sagte Henderson, dass ihr Weihnachtsschmuck gegen die Obszönitäts-Gesetze verstoße und sie 300 bis 400 Dollar Strafe riskiere. Sie montierte die Lichter wieder ab – aus Respekt vor Bürgermeister und Stadtrat, wie sie sagte.

Gemma Rachel, eine Nachbarin, sagte „WBRZ“, sie habe nichts gegen Sarah Henderson. Aber sie glaube nicht, dass die Lichterkette kindgerecht gewesen sei. „Weihnachtslichter sollten dafür da sein, dass sich Kinder über sie freuen.“ Henderson hat vier Kinder im Alter von 4 bis 16 Jahren. Wie sie den blinkenden Stinkefinger fanden, ist nicht bekannt.

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Henderson hat klein beigegeben, aber damit ist die Provinzposse noch nicht vorüber. Marjorie Essman, der Direktor der Bürgerrechtsorganisation "American Civil Liberties Union" im Bundesstaat Louisiana, sieht Sarah Hendersons Recht auf freie Meinungsäußerung verletzt. Die Stadt dürfe ihr dies nicht verbieten, nur weil ihre Nachbarn ihre Botschaft als vulgär oder verletzend empfinden.

Sarah Henderson fühlt sich durch das Verbot offenbar angestachelt, noch ganz andere Meinungen zu äußern. Sie erwägt laut dem TV-Sender, statt des Mittelfingers ein leuchtendes Hakenkreuz aufs Dach zu hängen.


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