Amnesty: Menschenrechtsaktivist im zentralafrikanischen Tschad "in Gefahr"

Geheimdienste im zentralafrikanischen Tschad halten nach Angaben von Amnesty International einen Menschenrechtsaktivisten in Isolationshaft fest. Baradine Berdeï Targuio, Vorsitzender einer tschadischen Menschenrechtsorganisation, sei "am 24. Januar vor seiner Frau und seinen Kindern in seinem Haus in N'Djamena von bewaffneten und vermummten Männern verhaftet" worden, erklärte Amnesty am Freitag.

Der "Menschenrechtsverteidiger" befinde sich wegen möglicher Foltermethoden der Geheimdienste "in Gefahr", heißt es in dem "dringenden Handlungsaufruf" der Menschenrechtsorganisation weiter.

Berdeï Targuio werde "im Rahmen einer Ermittlung über Cyberkriminalität verfolgt" und vor ein Gericht gestellt, das seinen Fall prüfen werde, sagte Justizminister Djimet Arabi der Nachrichtenagentur AFP. "Entgegen der Auffassung von Menschenrechtsorganisationen werden festgenommene Menschen im Tschad niemals gefoltert", sagte Arabi.

Berdeï Targuio ist ein bekannter Menschenrechtsaktivist in dem zentralafrikanischen Land und übt in Online-Netzwerken regelmäßig Kritik an Präsident Idriss Déby Itno und der Regierung. Laut Amnesty wurde er festgenommen, nachdem er zwei Tage zuvor im Online-Dienst Facebook verkündet hatte, dass der Staatschef schwer krank sei und in einem Krankenhaus in Frankreich behandelt werde.

Am 22. Januar war der 67-jährige Déby, der seit 30 Jahren im Tschad an der Macht ist, nach einem neuntägigen Aufenthalt in Frankreich in sein Land zurückgekehrt. Seither kursierten Gerüchte über seinen Gesundheitszustand. Der Staatschef trat danach mehrere Male im staatlichen Fernsehen auf.