Coronavirus: Klinikum Dortmund ermahnt "Egoisten"

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Angesichts der Coronavirus-Pandemie sollten die Menschen ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren. Doch nicht alle halten sich dran. An die hat das Klinikum Dortmund mahnende Worte gerichtet.

Auch für junge Menschen könnte es bedrohlich werden, wenn das Gesundheitssystem überlastet ist. (Symbolbild: Getty Images)

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie gilt die dringende Empfehlung von Experten und Politikern, soziale Kontakte soweit wie möglich zu vermeiden. Viele Menschen halten sich dran, andere ignorieren den Rat. Vor allem diejenigen, die nicht zur Risikogruppe gehören, glauben, weiterleben zu können wie bisher: die Jungen, die Fitten, die Sportlichen. Aus Sicht des Klinikums Dortmund zeichnet die weniger Einsichtigen in dieser Gruppe eine weitere Eigenschaft aus: Sie sind "egoistisch", weshalb die Einrichtung an sie einen mahnenden Appell gerichtet hat.

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"An die letzten Egoisten da draußen: Du bist jung? Sportlich? Gesund? Die gute Nachricht: Toll!", schreibt das Klinikum in seinem am Wochenende auf Facebook veröffentlichten Post, um im nächsten Satz einzuschränken: "Die schlechte Nachricht: Trotzdem könnte Corona für Dich vital bedrohlich werden." Denn, so die Botschaft: Durch das unverantwortliche Handeln der weniger Gefährdeten droht das Gesundheitssystem schnell an die Grenze seiner Kapazität zu stoßen. Das gefährdet nicht nur die Risikogruppe, auch die "Egoisten" könnten davon betroffen sein.

Sinn und Zweck des Appells

Denn auch sie könnten auf unvorhersehbare Weise eines Tages auf ein "funktionierendes Krankenhaus" angewiesen sein, so das Klinikum. Sei es, weil sie einen "unverschuldeten Autounfall" hatten, weil bei ihnen "Krebs festgestellt" wurde oder sie mit einem "plötzlichen Blinddarm-Durchbruch" konfrontiert sind. "Deshalb brauchst auch Du, der aktuell noch topfit ist und in der Blüte seines Lebens steht, vielleicht morgen, übermorgen oder in x Tagen ein Krankenhaus, das seiner Versorgung nachkommen kann", mahnt das Klinikum.

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Der Appell hat den Zweck, die Infektionsrate zu verlangsamen, um dem Gesundheitssystem die Chance zu geben, die Pandemie in den Griff zu bekommen. "Und deshalb ist es wichtig, dass die Corona-Patienten nicht Überhand nehmen und sämtliche ärztliche sowie pflegerische Ressourcen binden", schreibt das Klinikum Dortmund abschließend.

Den Post beendet die Einrichtung mit den Hashtags #socialdistancing und #flattenthecurve, die ihre Botschaft untermauern: Es gilt also, soziale Kontakte zu meiden, um die "Kurve" aus Anzahl der Infizierten und der Infektionsdauer seit dem ersten Fall so "flach" zu halten, dass das Gesundheitssystem die Herausforderung meistern kann. Nähere Informationen zum Thema "Flatten the Curve" erhalten sie hier.

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