Anführer der Hongkonger Demokratiebewegung mit Hammer angegriffen

CHRF-Chef Jimmy Sham

Einer der Anführer der Hongkonger Demokratiebewegung ist von einem mit Hammern bewaffneten Schlägertrupp angegriffen worden. Jimmy Sham sei mit einer blutenden Kopfwunde ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte dessen Protestgruppe Civil Human Rights Front (CHRF) am Mittwoch mit. CHRF-Chef Sham sei von vier bis fünf nicht identifizierten Schlägern im Viertel Mongkok angegriffen und verletzt worden. Beim Eintreffen der Rettungskräfte sei er bei Bewusstsein gewesen.

Auf im Internet veröffentlichten Fotos ist Sham in einer Blutlache auf der Straße liegend zu sehen. CHRF setzt sich für gewaltfreie Proteste ein und organisierte im Sommer einige der größten Demonstrationen in der chinesischen Sonderverwaltungszone.

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit Monaten von beispiellosen Protesten erschüttert. Die Proteste in der Finanzmetropole hatten sich anfänglich gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das Überstellungen von Verdächtigen an Festland-China vorsah. Mittlerweile richten sich die Proteste aber generell gegen die pro-chinesische Führung in Hongkong und die Einschränkung der Demokratie.

In den vergangenen Monaten sind die Proteste zunehmend gewalttätig geworden. Wiederholt kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demokratie-Aktivisten einerseits und Polizisten sowie Regierungsanhängern andererseits. Auch Sham war bereits im August angegriffen worden.